Vier Spiele unter Jürgen Klopp – dreimal nicht verloren. Oder auch: Dreimal nicht gewonnen. So unterschiedlich man den Auftakt unter dem neuen Bundestrainer bewerten kann, so unterschiedlich waren auch die Leistungen der deutschen Nationalspieler beim 0:0 in Thessaloniki gegen Griechenland. Die Einzelkritik.

Donnerstag

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Jonas Urbig: Bekam von Klopp ein „All-Inclusive“-Paket mit seinem zweiten Länderspiel geschenkt und bedankte sich dafür bereits in der zweiten Minute mit einer starken Parade gegen Masouras. Danach kaum noch gefordert, aber immer aufmerksam. Note: 2,5.

Philipp Treu: In Sachen Spielzeit der größte Gewinner des Neustarts unter Klopp. Durfte als einziger DFB-Akteur dreimal von Beginn an spielen – und machte es dreimal sehr ordentlich. In Griechenland hätte er aber mehr aus seinen Möglichkeiten machen können. Note: 3,5.

Waldemar Anton: Der Dortmunder Abwehrchef ging teilweise mit der Härte eines olympischen Ringers in die Zweikämpfe. Das tat der deutschen Defensive durchaus gut. Versuchte mit Seitenverlagerungen auch immer mal offensiv eine Lösung anzubieten. Stabiler Auftritt. Note: 3.

Malick Thiaw: Der Innenverteidiger von Newcastle United wurde nur bei Standards ernsthaft gefordert. Verteidigte an der Seite von Anton zum zweiten Mal zu Null. Note: 3.

David Raum: Nach Brown und Mittelstädt bekam nun auch der Leipziger Linksverteidiger unter Klopp eine Startelfchance. Man weiß, was er kann. Man sah aber auch wieder, was er nicht kann. Note: 4.

Aleksandar Pavlovic: Der „Maschinenraum“, wie ihn Klopp vor dem Spiel nannte, versuchte das Spiel mit seinen Pässen schnell zu machen. Machte wenig falsch, aber das reichte an diesem Abend nur für eine stabile Defensive. Note: 3.

Tom Bischof (bis 83.): Weit nicht so auffällig wie beim Sieg gegen Serbien. Kam mit seinem starken linken Fuß diesmal auch nicht zu seinen gefährlichen Distanzschüssen. Note: 4.

Bambasé Conté (ab 83.): Auch der Hoffenheimer konnte nicht mehr für eine Schlussoffensive sorgen. Ohne Note.

Griechenland - Deutschland
Florian Wirtz (l., gegen Manolis Saliakas) war erstmals von Beginn an DFB-Kapitän.© Christian Charisius/dpa | Christian Charisius

Florian Wirtz: In seinem 48. Länderspiel stand der Spielmacher erstmals von Beginn als Kapitän auf dem Platz. War in einer Aktion in der ersten Halbzeit etwas zu eigensinnig. Wie immer viel unterwegs, aber ohne die entscheidenden Aktionen. Note: 3,5.

Derry Scherhant (bis 83.): Auffälligster Deutscher der ersten Halbzeit. Näherte sich von Abschluss (4.) zu Abschluss (20.) zu Abschluss (23.) zu Abschluss (43.) seinem Ziel. Bitter für ihn war aber vor allem, dass seine starke Torvorlage annulliert wurde. Nach der Pause baute er etwas ab. Note: 2,5.

Mika Baur (ab 83.): Laut Klopp ein „wunderbarer Fußballer“, der aber keine Wunderdinge mehr vollbringen konnte. Ohne Note.

Deutsche Sturmkrise geht weiter

Jonathan Burkardt (bis 63.): Stand Wirtz einmal mit seinem eigenen Kopf im Weg. Hatte in der Luft gegen den griechischen Kopfballgott Mavropanos (1,94 Meter) keine Chance. Suchte am Boden die Lücken und fand sie bei seinem Tor zum 1:0. Durfte sich aber nur eine Minute lang über sein erstes Länderspieltor freuen. Note: 3,5.

Nick Woltemade (ab 63.): Trat nur mit seiner Größe in Erscheinung. Blieb ohne Aktion, bekam aber auch keine Zuspiele mehr. Note: 4,5.

Lennart Karl (bis 63.): Für seine technischen Fähigkeiten leistete sich der 18-Jährige zu viele Ballverluste. In dieser Verfassung wird er es unter Klopp schwer haben. Note: 5.

Said El Mala (ab 63.): Sein Tempo war kein Faktor. Note: 4.