Basketball

Alba Berlin gewinnt gegen Angstgegner Baskets Würzburg

48 Stunden nach ihrem Sieg in der Europaliga in Malaga gaben die Alba-Profis alles und besiegten die Baskets Würzburg mit 88:63.

Alba Berlin gewinnt 88:63 gegen Baskets Würzburg

48 Stunden nach ihrem Sieg in der Europaliga in Malaga gaben die Alba-Profis alles, besiegten die Baskets Würzburg mit 88:63. Im Alba-Fantalk kommentieren Nihad Djedovic und Je´Kel Foster die Partie.

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Sie schlichen vom Parkett, kraftlos, ausgepumpt, aber mit einem glücklichen Gesichtsausdruck. Nach einem harten Kampf kam das Basketballteam von Alba Berlin am Sonnabend in der O2 World zu einem 88:63 (44:27)-Erfolg gegen die Baskets Würzburg. Es war ein Sieg des Willens der Berliner über ihre nachlassenden Kräfte.

48 Stunden nach ihrem Sieg in der Europaliga in Malaga gaben die Alba-Profis alles. Damit hat Berlin sechs Spieltagen vor Ende der Punkterunde weiter Chancen, als Vierter ins Play-off zu gehen. Deon Thompson (19) und Nihad Djedovic (17 Punkte) waren Albas beste Werfer. „Es war ein schweres Stück Arbeit, aber wir haben ein gutes Spiel gemacht“, meinte Djedovic. „Wir haben immer die Intensität hochgehalten“, meinte Thompson.

Spiele gegen Würzburg waren in der jüngsten Vergangenheit alles andere als Spaßveranstaltungen für die Berliner. Von den vergangenen sieben Partien gewannen die Franken fünf. Besonders bitter war das 1:3 im Play-off der vergangenen Spielzeit. Damals schied Alba im Viertelfinale früh aus. Was der Auslöser dafür war, dass Coach Gordon Herbert gehen musste. Sein Nachfolger Sasa Obradovic hatte bis Sonnabend allerdings auch keine guten Erfahrungen mit den Baskets gemacht: In der Hinrunde setzte es 23. Dezember 2012 eine 65:75-Niederlage.

Vor dem Spiel wurde noch einmal an den Pokalsieg Albas vor knapp zwei Wochen erinnert. Zum ersten Mal seit dem Finale gegen Ulm hing nun das Sieg-Banner unter dem Hallendach. Diese erfolgreiche Vergangenheit schien von Beginn an für die Berliner Motivation für die Gegenwart zu sein. Alba legte einen Blitzstart hin: Nach fünf Minuten hieß es 16:4. Vor allem die Aggressivität der Berliner in der Abwehr war ausschlaggebend. Würzburg wurde total unter Druck gesetzt.

DaShaun Wood dirigiert Alba

Nachdem die Baskets ihre Schockstarre abgelegt hatten, zeigten sie nun ihrerseits, was sie so stark macht. Statistisch sind die Würzburger das defensivstärkste Team der Liga. Ihre konsequente, immer nahe am Erlaubten oder darüber hinaus agierende Defensive machte Alba jeden Punkt schwer. Doch Berlin, wieder mit dem zuletzt wegen einer Magen-Darm-Infektion fehlenden Spielmacher DaShaun Wood, fand oft eine Lösung, um zu punkten. Entweder zog man zum Korb oder passte so lange, bis ein Mitspieler in guter Position war. Bis auf 19 Punkte (40:21/14. Minute) wuchs der Vorsprung von Alba.

Bis zur Pause trafen die Berliner vor 10.995 Zuschauern viel besser als die Gäste. Zum Beispiel mit Distanzwürfen: Alba verzeichnete bei Dreiern vier Treffer bei sieben Versuchen, Würzburg versuchte es achtmal – acht Fahrkarten. 44:27 stand es beim Wechsel.

17 Punkte sind kein Ruhekissen gegen Würzburg, ein Team, das nie aufgibt und mit seiner unorthodoxen Spielweise schon manche Partie spektakulär gedreht hat. Zwei Tage nach dem Malaga-Spiel fightete Alba verbissen gegen die immer härter zu Werke gehenden Gäste. Aber es schlichen sich zunehmend Fehler ein, beim 49:34 (25.) nahm Obradovic eine Auszeit.

Würzburg kam näher (55:45/28.), langsam machte sich bei den Berlinern der Kräfteverschleiß bemerkbar. Ihre Schritte wurden langsamer, die Konzentration nahm kontinuierlich ab. Während sich Würzburg eine Woche lang auf das Spiel hatte vorbereiten können, war Alba erst am Freitagabend aus Malaga zurückgekehrt. Mit 13 Zählern Vorsprung (58:45) ging es ins letzte Viertel. Alba ging auf dem Zahnfleisch, die frischeren Würzburger verstärkten noch einmal den Druck. Nach 32 Minuten waren es nur noch acht Zähler Vorsprung (60:52). Doch der Wille von Alba war ungebrochen: 70:54 (34.). Man war vor allem bei Freiwürfen, nach den vielen Würzburger Fouls, nervenstark. Drei Minuten vor Schluss hieß es 76:59 – und nach einem technischen Foul gegen Würzburgs Trainer Marcel Schröder und dem daraus resultierenden 80:59 durch Youngster Sebastian Fülle war alles klar. Würzburg brach zusammen.

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