Vor 17 Jahren, mit 17 Jahren, zog Robert Harting aus Cottbus nach Berlin. Ein Schritt in die große Welt und zu Weltruhm. Er wurde hier zum bekanntesten Leichtathleten Deutschlands und zum besten Diskuswerfer der Welt. Olympiasieger, dreimal Weltmeister, zweimal Europameister, zehn Mal deutscher Meister – viel mehr gibt es für einen Sportler nicht zu gewinnen. Doch der 2,01 Meter große Hüne, der im Oktober 34 Jahre alt wird, hat sich auch als Persönlichkeit enorm entwickelt.

2009 vor dem Gewinn seines ersten WM-Titels hatte er noch mit verbalen Attacken auf DDR-Dopingopfer die Öffentlichkeit schockiert. Inzwischen sagt er: „Das tut mir jetzt leid. Damals habe ich das als aktiven Druck auf mich gesehen, auf meine Vorbereitung. Heute verstehe ich die Situation dieser Menschen. Ich war damals ein ganz anderer Robert Harting.“

Er wurde selbst zum engagierten Kämpfer gegen Leistungsmanipulation und für die Interessen der Sportler. Für viele Athleten ist er ein Vorbild, weil er sich auch nicht scheute, sich mit Funktionären oder Politikern anzulegen, wenn es ihm darum ging, die Verhältnisse der Kollegen zu verbessern. Sein Plan ist es, sich an diesem Dienstag (ab 9.40 Uhr) im Olympiastadion für das Diskus-Finale am Mittwoch zu qualifizieren. Dafür braucht er eine Weite von 64 Metern. Dann steht den Berlinern, aber auch Robert Harting sicher ein sehr emotionaler Abschied bevor. Bei dem sich seine Fans bei ihm bedanken. Und er sich bei ihnen.

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