Die Schale für die Meisterschaft in der Zweiten Liga der Frauen stand hinter den Protagonisten, die sich in der Haupttribüne der Alten Försterei eingefunden hatten. Quasi als Symbol für eine Saison bei Union Berlin, die mit dem Aufstieg des Frauen-Teams und dem vorzeitigen Klassenerhalt der Männer insgesamt doch noch ein wirklich gutes Ende gefunden hat.

Horst Heldt, Geschäftsführer Profifußball der Männer, sprach von einer Saison „mit Höhen und Tiefen“. Cheftrainer Steffen Baumgart war froh, dass man es „nach einer sehr interessanten Anfangsphase geschafft hat, erfolgreich zu sein“. Nur zwei Plätze weiter lobte Jennifer Zietz, Geschäftsführerin Profifußball Frauen, dass man schon nach dem ersten Spiel „gesehen hat, dass wir oben angreifen und die Chance mit drei Aufstiegsplätzen nutzen wollen“.

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Was die Planungen der beiden Bundesligisten aus Köpenick angeht, wurde zumindest auf einer Seite schnell klar, dass der Weg nach oben noch nicht beendet sein soll. Während die Frauen, die gerade erst den Durchmarsch durch die Zweite Liga bravourös geschafft haben, sich gleich im Oberhaus des deutschen Fußballs etablieren wollen, soll die Männer-Mannschaft kommende Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Bei Union Berlin gibt es wieder einen Champions-League-Traum

Jennifer Zietz verriet sogar noch ein wenig mehr. „Uns ist bewusst, dass es nochmal ganz andere Anforderungen in der Bundesliga gibt. Aber wir haben jetzt genügend Zeit, uns darauf vorzubereiten und arbeiten im Hintergrund schon an der Kaderplanung“, sagte Zietz.

Zu den Zielen ließ Unions Managerin folgendes wissen: „Wir wollen nicht gegen den Abstieg spielen, sondern wir wollen uns schon im Mittelfeld platzieren.“ In den vergangenen Tagen hatte Zietz sogar davon gesprochen, den Traum von der Champions League nochmal erfüllen zu wollen. Sie selbst hatte den höchsten europäischen Wettbewerb 2010 mit Turbine Potsdam sogar gewonnen.

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Am Mittwoch verneinte sie dieses große Ziel nicht. „Champions League ist immer irgendwie ein Traum, aber es macht keinen Sinn, jetzt sofort nach den Sternen zu greifen“, erklärte Zietz. Soll heißen: Kurz über lang dürfte bei den Frauen auch Europa ein Thema werden.

Für Union Berlin ist der Klassenerhalt enorm wichtig

Was die Männer-Mannschaft angeht, gab es von Trainer Steffen Baumgart ein „Nein“ als Antwort auf die Frage, ob Union auch dort mittelfristig einen Platz im internationalen Geschäft angehen will. „Wenn wir uns die Konkurrenz in der Bundesliga anschauen, sollten wir darauf achten, was für uns extrem wichtig ist. Und das ist der Klassenerhalt in der Bundesliga. Wenn dann mal eine Situation entsteht, wo man das machen darf, dann gehört das dazu.“

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Es gelte, so Baumgart weiter, Union Berlin so lange wie möglich in der Bundesliga zu halten, „dann entwickelt sich der Verein automatisch. Wir sehen es an Freiburg, Mainz oder Augsburg. Es geht dabei um viele Sachen, die man erst im Laufe der Zeit verbessern kann. Wir sollten schauen, dass wir das, was wir können, gut machen. Und das, was wir nicht können, noch verbessern. Wir sollten bei uns bleiben.“

Eigengewächs Kemlein verlängert Vertrag mit Union Berlin

Zu einem möglichen Abgang von Stürmer Benedict Hollerbach, der sich Ende April kein geringeres Ziel als die Nationalmannschaft zum Ziel gesetzt hatte, sagte Heldt: „Ich glaube, wir sind sehr attraktiv und müssen uns nicht zur Schau stellen. Bislang hat sich keiner bei mir gemeldet. Und so lange sich keiner bei mir meldet, beschäftige ich mich auch nicht mit dem Thema.“ Klubs wie Borussia Mönchengladbach dürften genau hingehört haben.

An Angreifer Andrej Ilic, der nach seiner Leihe wieder zurück beim OSC Lille ist, „haben wir Freude gefunden. Er war ein Schlüssel zum Klassenerhalt“, erklärte Heldt. Dass sich der Serbe trotz einer Hinrunde mit Stammplatz auf der Tribüne (unter Baumgart-Vorgänger Bo Svensson) durchgebissen habe, „zeigt seinen tollen Charakter. Dann hat er die Chance bekommen und gezeigt, was er kann.“ Rückkehr nicht ausgeschlossen.

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Dass Union mit Eigengewächs Aljoscha Kemlein verlängert hat, ist auch ein Signal an die Nachwuchsspieler des Klubs. „Es ist wichtig, jungen Spielern eine Perspektive zu geben“, sagte Heldt. Mit Kemlein oder auch David Preu hat Union beste Beispiele dafür. Heldt: „Jüngere Spieler können erkennen, hier kann man sich weiterentwickeln.“ Gleichwohl werde Union sich auf allen Positionen umschauen, wie Trainer Baumgart hinzufügte: „Wir haben zwei Innenverteidiger, die Begehrlichkeiten wecken.“ Gemeint sind Diogo Leite und Danilho Doekhi.

Die Frauen von Union Berlin müssen die Qualität steigern

Die Frauen wiederum erwartet ein riesiger Umbruch. Elf Spielerinnen gehen, und die Qualität soll gesteigert werden. „Was wir jetzt geschafft haben, hat in der Bundesliga große Resonanz bekommen. Es wird immer wieder gefragt: Wie schafft ihr das, ihr seid doch nur Union Berlin?“ erklärte Jennifer Zietz. Faktoren wie „Wertschätzung, auch die Trainingsbedingungen“ könne Union als Trümpfe für potenzielle Zugänge ausspielen, so die Geschäftsführerin.

„Und wenn sie einmal unser Stadion mit unseren Fans erlebt haben, haben wir häufig schon ihr Herz gewonnen“, sagte Zietz. In Liga zwei kamen im Schnitt 7190 Fans in die Alte Försterei. Das bedeutet Rang vier im europäischen Vergleich, vor Champions-League-Finalist FC Barcelona (6794).

Was die Qualität im neuen Kader angeht, und inwiefern Publikumslieblinge wie Kapitänin Lisa Heiseler oder Dina Orschmann um ihren Platz kämpfen müssen, sagte Cheftrainerin Ailien Poese nur: „Eine Vorbereitung beginnt mit den Spielerinnen, die da sind. Und dann wird man sehen, was dabei rauskommt.“ Die Bundesliga ist bei Union Berlin allgegenwärtig.

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