Auf die Frage, was das Knie der Union-Nation macht, gab Andrej Ilic leichte Entwarnung. „Ich war mit der Mannschaft auf dem Trainingsplatz, habe aber nicht alles mittrainiert“, sagt der Stürmer von Union Berlin. Der Schlag, den er beim Sieg gegen Wolfsburg (1:0) am vergangenen Sonntag erlitten hatte, ist noch nicht auskuriert.
Die „Wunde“, die ihm in seinem ersten halben Jahr beim Berliner Fußball-Bundesligisten zugefügt wurde, ist hingegen verheilt. Am letzten Tag des Sommertransferfensters war Ilic von OGC Nizza ausgeliehen worden – unter Ex-Trainer Bo Svensson spielte er jedoch keine Rolle, stand nicht einmal im Kader der Köpenicker.
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Am Mittwochnachmittag öffnete er sein Herz über die „schlechteste Phase meiner Karriere. Wenn du nicht spielst und auch nicht weißt warum, das ist hart für den Kopf. Ich war wütend. Niemand hat mit mir über den Grund gesprochen. Aber viele Leute im Klub haben mir gesagt, wir glauben an dich, wir wollen dich hier.“
Ilic kam am letzten Tag der Wechselperiode zu Union Berlin
Dies sah in den ersten Monaten an der Alten Försterei jedoch überhaupt nicht so aus. „Ich kam am letzten Tag der Transferperiode, danach haben wir uns einmal getroffen“, erzählt Ilic von einem kurzen Kennenlernmoment mit Svensson. Doch danach herrschte Funkstille. „Normalerweise kommt ein Trainer zu einem neuen Spieler und sagt, dies und das erwarten wir von dir“, verdeutlicht Ilic. Dies war jedoch nicht der Fall.
Tatsächlich war Svensson keineswegs überzeugt von den sportlichen Qualitäten des Serben. Stattdessen hatte er Jordan Siebatcheu bevorzugt, der angeblich auch besser in das Spielsystem des Dänen passte. Doch Siebatcheu (inzwischen Stade Reims) blieb weit unter den Erwartungen.
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„Es lag nicht an mir, etwas zu ändern“, sagt Ilic, der jedoch selbst auch nie das Gespräch mit Trainer Svensson gesucht hatte. „Ich wollte den Coach nicht fragen. Es war seine Entscheidung und ich habe darauf gewartet, dass er es mir erklärt. Ich habe mit Babak Keyhanfar (Svenssons Co-Trainer, d. Red.) gesprochen. Aber mit dem Trainer? Nicht ein einziges Mal.“
Ilic wollte Union Berlin „zu 90 Prozent verlassen“
Es gab sogar Überlegungen bei Ilic, Union in der Winterpause wieder zu verlassen. Zumal es mit dem Kroaten Ivan Prtajin bei Union einen zweiten Sommerzugang gab, den Svensson nicht berücksichtigte. „Prtajin und ich, wir sind der gleiche Spielertyp“, erklärt Ilic und bestätigt: „Zu 90 Prozent wollte ich Union in der Winterpause verlassen.“
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Der Trainerwechsel von Svensson zu Steffen Baumgart kurz nach Weihnachten 2024 war wie ein verspätetes Geschenk für den 25-Jährigen. „Als Baumgart kam, hatte jeder eine Chance. Für mich war es ein großer Wechsel. Nun kann ich auch die Atmosphäre in der Mannschaft richtig spüren.“
Was mit Andrej Ilic möglich ist, zeigte sich beim Siegtreffer in Freiburg (2:1). Dieser perfekt getimte Kopfball war „ein typisches Tor von mir. Das war ein wirklich schöner Moment, weil wir diese Punkte nicht erwartet haben. Das Tor war die Kirsche obendrauf.“ Nur ob er auch über den Sommer hinaus bei Union bleiben will, ließ er offen. „Wir werden es sehen, das liegt nicht an mir, denke ich.“
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Und sein angeschlagenes Knie? Wird Ilic am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) für Union Berlin in Leverkusen auflaufen können? „Es ist besser als vor drei Tagen und wird auch immer besser. Ich hoffe, es reicht“, sagt Ilic.










