Nur gut, dass es für Union Berlin im letzten Heimspiel der Saison um nichts mehr ging als um drei Punkte. Vielleicht war aber auch dies der Grund dafür, dass sich die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart mit einer Blamage aus der Alten Försterei verabschiedete.

„Es wäre einfach, dazu jetzt ja zu sagen. Wir sind aber von dem, was uns ausgezeichnet hat, abgewichen. Das muss man deutlich sagen. Wir haben viel zu viel kurz oder zu langsam gespielt. Man kann verlieren, aber du musst halt deinen Fußball spielen. Den haben wir aber nicht gespielt. Das ärgert mich“, sagte Baumgart nach dem 0:3 gegen den 1. FC Heidenheim am Sonnabend.

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Der Klubrekord von neun Spielen ohne Niederlage innerhalb einer Saison wurde damit verpasst. Gleichzeitig wurde der Abstieg des VfL Bochum (1:4 gegen Mainz 05) und von Holstein Kiel (1:2 gegen Freiburg) endgültig besiegelt.

Union Berlin verabschiedet fünf Profis

Wie so oft in letzten Heimspielen, vor allem dann, wenn das Saisonziel bereits erreicht ist, wurde es wehmütig vor dem Anpfiff. Mit Torwart Alexander Schwolow, den Stürmern Andrej Ilic sowie Kevin Volland, Linksverteidiger Jerome Roussillon und Offensivmann Wooyeong Jeong, der zur Reha in seiner Heimat Südkorea weilt, verabschiedeten die Köpenicker fünf Profis.

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Den meisten Applaus heimste Roussillon ein, am meisten vermissen dürfte Union – Stand jetzt – jedoch Ilic. Er habe ein bisschen gebraucht, bis er es in die Startelf geschafft habe, seitdem sei er jedoch unverzichtbar, sagte Stadionsprecher Christian Arbeit. Tatsächlich verliert Union mit dem Serben, der nur von OSC Lille ausgeliehen ist, jenen Angreifer, der das Offensivspiel seit Jahresbeginn entscheidend belebt hat.

Zudem war noch Zeit für Ehrungen. Mittelfeldspieler Janik Haberer wurde für seinen 100. Pflichtspieleinsatz für die Köpenicker (vor einer Woche beim 2:2 gegen Werder Bremen) geehrt. Seit seinem Last-Minute-Tor in der Nachspielzeit des letzten Spiels der vergangenen Saison, mit dem er Union den Klassenerhalt gesichert hatte, hat er seinen Platz in der Klubhistorie ohnehin längst sicher.

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Schließlich stand Michael Gspurning gegen Heidenheim in seinem 300. Spiel für Union in der Verantwortung. Vor allem dem Österreicher, der auch in der Nationalelf des Nachbarlandes für die Torhüter zuständig ist, ist es zu verdanken, dass Unions Torwart Frederik Rönnow einen enormen Sprung nach vorn gemacht hat und in der lange schwierigen Rückrunde der sichere Rückhalt gewesen ist.

Union Berlin erhält Quittung für lebloses Spiel

Rönnow stand in einer Partie, die sich vor allem in der ersten Halbzeit bemühte, ein Fußballspiel zu sein, auch gleich im Blickpunkt. Nicht wegen einer seiner bemerkenswerten Paraden, sondern weil er sich vehement gegen den erhobenen linken Arm schlug. Der Däne reklamierte ein Handspiel vor dem 0:1, immer und immer wieder. Vergeblich, der Treffer durch Adrian Beck nach zwölf Minuten zählte.

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Es war die Quittung für den eher leblosen Kick, den die Köpenicker ablieferten. „Wir haben versucht, tief zu spielen. Das ist uns überhaupt nicht gelungen“, sagte Haberer: „Man sagt zwar immer, man will, man will, man will. Trotzdem ist es dann irgendwann auch schwierig. Das soll jedoch keine Ausrede sein, denn du darfst dich hier zu Hause nicht so abschlachten lassen.“

Die Heidenheimer suchten derweil konzentriert ihre Chance, um den Relegationsplatz zu verteidigen und sogar die Minimalchance auf den direkten Ligaverbleib zu erhalten. Coach Baumgart hatte seine Elf auf einer Position gegenüber dem 2:2 gegen Bremen verändert, statt Andras Schäfer spielte Laszlo Benes im Mittelfeld. Der Effekt war überschaubar.

Janik Haberer (l.), Mittelfeldspieler von Union Berlin, wird von Niklas Dorsch vom 1. FC Heidenheim gestoppt.
Janik Haberer (l.), Mittelfeldspieler von Union Berlin, wird von Niklas Dorsch vom 1. FC Heidenheim gestoppt. © Getty Images | Maja Hitij

Einen Schuss auf das Tor der Heidenheimer konnte der Slowake abgeben (15.), ansonsten wirkte er zu oft wie ein Fremdkörper in der Mannschaft. Beim Anlaufen des Gegners, um Ballgewinne zu erzielen, nicht aggressiv genug, bei Ballbesitz von Union zu selten wirklich anspielbar. Von Rani Khedira musste er sich schon Mitte der ersten Halbzeit aufmuntern lassen.

Haberers Treffer für Union Berlin kassiert der VAR ein

Vor Beginn der zweiten Hälfte erhielt Benes noch einmal Instruktionen von Haberer. Es wurde kaum besser. Stattdessen folgte der Tiefpunkt für die Köpenicker. Kevin Vogt ließ sich nach einem langen Ball in den Union-Strafraum von Jan Schöppner überrumpeln und schob den Ball zum 0:2 ein (56).

Es passte ins Bild, dass der vermeintliche Anschlusstreffer von Haberer vom Videoassistenten einkassiert wurde. Benedict Hollerbach hatte bei der Entstehung zuvor im Abseits gestanden (58.). Für Abwehrspieler Danilho Doekhi war dies „der mentale Tiefschlag“.

Und es sollte noch schlimmer kommen für Union Berlin. Nachdem Torwart Rönnow mit einem Reflex gegen Patrick Mainka in höchster Not noch retten konnte (70.), musste er sich wenig später doch geschlagen geben. Beck ließ den eingewechselten David Preu ins Leere rutschen und durfte sich dann auch noch bei Doekhi bedanken, der den Schuss des Heidenheimers zum 0:3 abfälschte (73.).

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