Man wird das Gefühl nicht los, dass Union Berlin beim Tor des Monats der ARD in dieser Saison nochmal abräumen möchte. Vor zwei Wochen das Traumtor von Leopold Querfeld beim 4:4-Spektakel gegen den VfB Stuttgart, nun der nicht weniger sehenswerte Treffer von Laszlo Benes gegen Werder Bremen – der Berliner Fußball-Bundesligist belohnt sich „mit einem Tor, das nicht jede Woche fällt“, sagte Union-Trainer Steffen Baumgart.
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Denn beim 2:2 (1:2) gegen Werder sah nicht nur Baumgart eine „sehr, sehr gute erste Halbzeit von Bremen, wo wir am Ende froh waren, dass es nur 0:2 stand. Danach haben wir uns reingekämpft, um den Union-Fußball wieder reinzubringen“. So bleibt Union auch im achten Spiel in Folge ohne Niederlage. Damit zieht Baumgart mit Ex-Coach Urs Fischer gleich, dem eine solche Serie mit Union ebenfalls innerhalb einer Saison (2020/21) gelang.
Werders Burke ärgert Union Berlin
Im Grunde genommen traf Union auf seine eigene Zukunft. Die Bremer, die mit der Empfehlung der formstärksten Mannschaft in die Alte Försterei gekommen waren, haben immer noch einen Platz im internationalen Geschäft im Blick. Für Werder würde eine 15 Jahre andauernde Durststrecke enden, sollte der Sprung in den Europapokal gelingen. Ein Ziel, das auch die Köpenicker sicher mittelfristig wieder anpeilen wollen.
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Zudem stand bei den Bremern Oliver Burke in der Startformation. Der Angreifer soll vor einem Wechsel zu Union stehen. Der Abschied des Schotten von Werder zum Saisonende ist jedenfalls sicher. Beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung mischte sich bei den Fans unter das obligatorische „na und“ schon mal ein leises, dennoch klar vernehmbares „Fußballgott“.
Union-Coach Baumgart sieht in Burke einen „sehr guten und schnellen Stürmer. Er hat sich nach längerer Zeit in der Bundesliga etabliert.“ Alle könnten sich freuen, ihn am Wochenende zu sehen. Ob sich tatsächlich alle 22.012 Zuschauer gefreut haben, darf bezweifelt werden. Die rund 2200 mitgereisten Bremer Anhänger haben es in jedem Fall getan.
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Burke stellte Union mit seiner Schnelligkeit und seiner Robustheit von Beginn an immer wieder vor Probleme. Leidtragender war vor allem Kevin Vogt. Der Abwehrspieler war für den verletzten Diogo Leite wie erwartet in die Startelf gerückt. Jedoch nicht als zentraler Verteidiger in der Dreierkette, sondern links. Leopold Querfeld übernahm erneut den Part in der Mitte.
Union Berlin spielt lange Zeit zu schwerfällig
Keine zwei Minuten waren gespielt, da zeigte Burke, was Union von ihm erwarten kann, sollte er tatsächlich nach Köpenick wechseln. Schnörkellos schüttelte er Vogt ab, flankte in den Union-Strafraum, wo Marvin Ducksch zunächst den Pfosten traf und Jens Stage zum 0:1 abstaubte (2.). Der Däne war es auch, der nach einer Viertelstunde mit einem sehenswerten Schlenzer rechts oben ins Eck das 0:2 erzielte (15.).
Wie ernst Union-Trainer Baumgart den Saisonendspurt nimmt, offenbarte sich zwischen den beiden Treffern. Als Niklas Stark Unions Torjäger Benedict Hollerbach grenzwertig weg checkte, der Pfiff von Schiedsrichter Sören Storks jedoch ausblieb, war Baumgart außer sich. Wutentbrannt riss er sich sein Baseballcap vom Kopf und schimpfte erst in Richtung des vierten Offiziellen Florian Lechner, dann in Richtung Storks.
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Sicher war auch ein wenig Enttäuschung über den Start seiner Mannschaft in die Partie dabei. Die Köpenicker wirkten trotz aller Bemühungen schwerfällig. Union-Torwart Frederik Rönnow musste auf dem Posten sein, als Burke abzog, nachdem er erneut Vogt düpiert hatte (28.). Auf der anderen Seite versuchte es Hollerbach mal aus der Distanz – zu harmlos, um Werder-Torwart Michael Zetterer zu überwinden (34.).
Rothe trifft für Union Berlin per Kopfball
Erst mit dem Anschlusstreffer durch Tom Rothe, der einen Kopfball nach Flanke von Christopher Trimmel mustergültig über Zetterer hinwegsetzte, war Union im Spiel (38.). Das sollte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht ändern. „In der zweiten Halbzeit waren wir mutiger“, analysierte Coach Baumgart.
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Benedict Hollerbach hatte mit seinem Kopfball die Riesenchance zum Ausgleich. Doch aus sechs Metern darf man einen Kopfball ruhig platzierter setzen als direkt in die Arme von Zetterer (54.). Danach zeigte Andrej Ilic, wie man einen Schuss aus zehn Metern völlig frei stehend am Tor vorbei zirkeln kann (69.). Eine bessere Chance kann man als Stürmer kaum haben.
Union Berlin warf immer mehr nach vorn. Querfelds Schuss wurde abgeblockt (77.). Der eingewechselte Laszlo Benes zeigte schließlich mit seinem 2:2, wie es geht (85.). Ein Tor, wie ein Gemälde.










