Das erste Trikot, dass er als Bundesliga-Spieler von Union Berlin getragen hat, ging an seine Eltern. Eine schöne Geste der Dankbarkeit, „weil sie mich immer unterstützt, aber nie Druck gemacht haben“, sagt David Preu. Inzwischen kann der 20-Jährige drei Kurzeinsätze beim Berliner Fußball-Bundesligisten vorweisen. Damit schickt er sich an, das nächste Talent zu werden, das bei den Köpenickern den dauerhaften Sprung in die erste Liga schafft.

Preu wirkt bemerkenswert aufgeräumt, wenn er von seinem Debüt beim 0:0 bei Bayer Leverkusen erzählt. Immerhin ging es Mitte April nicht gegen irgendwen, sondern gegen den inzwischen entthronten deutschen Meister. In der Woche vor dem Spiel habe er „schon gesehen, wie es mit dem Personal aussieht. Dann macht man sich Hoffnungen, dass man in den Kader rücken könnte“, erzählt Preu.

Schließlich waren es zwölf Minuten, in denen Preu gleich einmal zeigte, was Union von ihm erwarten kann: Schnelligkeit auf dem Flügel und keine Scheu vor großen Namen. In einer seiner ersten Aktionen senste er Leverkusens Nationalspieler Florian Wirtz um. Die erste Gelbe Karte gab es obendrauf.

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Union Berlin hatte Preu 2023/24 nach Aalen verliehen

„Ich wollte probieren, den Zweikampf mit Härte anzugehen, rutsche aber über den Ball und treffe ihn halt blöd“, erinnert sich Preu: „Ich habe das erst gar nicht so wahrgenommen, aber als dann die Rudelbildung war, habe ich das realisiert“. Wirtz hatte nach einer Verletzung gerade erst sein Comeback gegen Union gefeiert. Folglich waren Bayers Profis nicht gerade begeistert von Preus Aktion.

Immer bezeichnet der gebürtige Münchner das, was er bei Union gerade erlebt, als „surreal“. In der Jugend bei Viktoria Berlin, vor allem aber bei den Köpenickern erlernte Preu das Fußballspielen. Doch erst die Saison 2023/24, als er zum damaligen Regionalligisten VfR Aalen ausgeliehen war, hatte ihn tatsächlich darauf vorbereitet, wie es nach dem Jugendbereich weitergehen könnte.

„Dieses Jahr in Aalen hat mich enorm weitergebracht, das war ein sehr hilfreiches und lehrreiches Jahr“, gesteht Preu und erklärt: „Als Jugendspieler hat man immer die Illusion, auch durch den Namen Junioren-Bundesliga, dass man fast schon da ist, wo man hinwill. Aber es gehört noch extrem viel mehr dazu. Wenn man allein die Alterssprünge betrachtet: In der Jugend spielt man innerhalb von zwei Jahrgängen zusammen. Jetzt spiele ich mit einem 38 Jahre alten Christopher Trimmel in einer Mannschaft.“

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Preu hatte Riesenrespekt vor der Kabine bei Union Berlin

Das seien Riesenunterschiede, die immer unterschätzt werden, sagt Preu: „Deshalb war die Leihe in die Regionalliga ein guter Schritt, um anzukommen im Herrenfußball.“ Doch wie hart der Weg bleibt, um als fester Bestandteil eines Bundesliga-Teams zu gelten, musste auch Preu erfahren. Was ihn auszeichnet: Er hat die Herausforderung angenommen.

„Anfangs hatte ich Riesenrespekt davor, in der Kabine mit solchen Riesenspielern zusammenzusitzen. Es hat sich aber schnell gezeigt, dass die Jungs alle sehr korrekt sind, dir helfen wollen, dir nichts Schlechtes wollen“, gibt Preu einen Einblick in die Union-Kabine. Trainer Steffen Baumgart von sich zu überzeugen, war jedoch die nächste große Hürde.

Preu bezeichnet den Union-Coach als „sehr, sehr ehrlichen Typ. Dafür bin ich auch dankbar. Ich war häufig nicht im Kader, aber er hat mir immer gesagt, was er von mir sehen will. Er wollte eine gewisse Geradlinigkeit in meinem Spiel sehen. Und er hat mir gesagt, wenn ich meine Dynamik auf den Platz bekomme, wird es schwer, mich zu halten.“

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Preu ist fester Bestandteil im Kader von Union Berlin

Noch Anfang Februar fühlte Preu sich nicht bereit für die Bundesliga, als er für das Spiel gegen RB Leipzig erstmals im Kader stand. Doch das regelmäßige Training unter Baumgart hat ihn geformt. Selbst dass Preu, eigentlich als Linksaußen unterwegs, zuletzt gegen Werder Bremen (2:2) als rechter Abwehrspieler in der Schlussphase aushelfen musste, störte ihn nicht. „Hauptsache auf der Außenbahn, da fühle ich mich am wohlsten. Da kann ich meine Schnelligkeit ausspielen“, sagt Preu.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass zu den drei Kurzeinsätzen für Union Berlin weitere und auch längere für Preu hinzukommen werden. Vielleicht schon am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Heidenheim. Seit seiner Bundesliga-Premiere in Leverkusen ist er jedenfalls fester Bestandteil im Spieltagskader von Trainer Baumgart.

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