Die Bauzinsen bewegen sich derzeit auf einem vergleichsweise stabilen Niveau. Doch wie entwickeln sie sich weiter und wie können sich Kreditnehmer die besten Konditionen für ihre Baufinanzierung sichern? Darüber haben wir mit dem Schwäbisch Hall Experten Dr. Rainer Eichwede in unserem Zins-Check der Woche gesprochen.
Baufinanzierung: Wichtige Faktoren für die Zinsen
Laut Dr. Rainer Eichwede orientieren sich die Bauzinsen „an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, die sich seit Juli in einem stabilen Korridor zwischen 2,6 und 2,8 Prozent seitwärts bewegen. Das sorgt für wenig Belebung bei den Hypothekenzinsen, die aktuell zwischen 3,5 bis 4,0 Prozent liegen. Solange die Inflation nicht deutlich sinkt und keine starken Impulse für eine Konjunkturbelebung erkennbar sind, bleiben die Zinsen stabil. Eine spürbare Entlastung oder Belastung ist bis Jahresende nicht in Sicht.“
In unsicheren Zeiten fließt Kapital in „sichere Häfen“, darunter auch Anlagen wie Staatsanleihen. „Das drückten deren Renditen und damit auch die Bauzinsen“, fügt der Experte hinzu. „Geopolitische Konflikte und in deren Folge steigende Energiepreise trüben die wirtschaftlichen Aussichten und machen Staatsanleihen attraktiver. Doch dieser Zusammenhang ist nicht immer eindeutig, wie etwa der Zollstreit gezeigt hat. Entscheidend ist zudem auch, wie Banken Risiken bewerten – und ob sie sinkende Zinsen tatsächlich an Kreditnehmer weitergeben.“
Baufinanzierung: Eigenkapital als Schlüssel zu Top-Konditionen
Dr. Rainer Eichwede betont, dass die größte Hürde fehlendes Eigenkapitals ist: „Fehlt Eigenkapital, fällt der Kredit höher aus und die Finanzierung wird teurer. Wenn der Finanzierungsanteil im Verhältnis zum Einkommen zu hoch ist, wird der Immobilienkauf schwierig.“ Berechnungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zufolge hat sich – so Eichwede – der Anteil der Miethaushalte, die mindestens 25 Prozent Eigenkapital für Kaufpreis inklusive Nebenkosten aufbringen können, seit 2013 fast halbiert.
Der Zins-Check der Woche:
Im Format „Zins-Check der Woche“ teilen Profis aus der Branche jede Woche praktische Tricks für Immobilienkäufer und aktuelle Entwicklungen auf dem Markt. Die wichtigsten Fragen rund um Baufinanzierung und Zinstrends diskutieren wir mit Immobilienprofis. Haben Sie auch Fragen oder Anmerkungen zu dem Thema? Schreiben Sie unserer Redakteurin, sie stellt sie unseren Experten.
Immobilienfinanzierung: Lange Zinsbindungen von Vorteil
„Der Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung ist eine Lebensentscheidung. Deshalb bieten lange Zinsbindungen von zehn bis 15 Jahren die größte Sicherheit“, sagt der Profi. „Sie sichern aktuelle Konditionen und schaffen Planungssicherheit über viele Jahre. Wer dagegen auf sinkende Zinsen hofft, kann kürzere Laufzeiten wählen oder das Darlehen staffeln – also in mehrere Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufteilen.“
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Insgesamt rät Dr. Rainer Eichwede zu einem regelmäßigen, staatlich geförderten Vermögensaufbau, zum Beispiel über Bausparverträge oder Fonds: „Das ist ein zentraler Schlüssel zur Finanzierung.“
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