- Im wöchentlichen Zins-Check teilen Immobilienprofis ihre aktuelle Einschätzung zu den Bauzinsen.
- Bleiben die Bauzinsen stabil? Ein Experte verrät, was derzeit für Unsicherheit sorgt.
- Er teilt zudem eine Faustregel für die Belastungsgrenze bei der Baufinanzierung.
Die Konditionen für Baufinanzierungen bleiben Mitte September stabil. „Wir erwarten auch in den folgenden Monaten weiterhin ein stabiles Niveau bei den Bauzinsen“, erklärt Florian Pfaffinger vom Kreditvermittler Dr. Klein im aktuellen Zins-Check der Woche.
Demnach seien Top-Zinsen zwischen 3,25 und 3,5 Prozent für eine zehnjährige Immobilienfinanzierung nach wie vor realistisch – abhängig etwa vom Eigenkapitalanteil der Darlehensnehmenden. Dennoch gelte: „Kurzfristige Schwankungen sind weiterhin jederzeit möglich – abhängig von der geopolitischen und wirtschaftlichen Nachrichtenlage.“
Baufinanzierung: Diese Risiken können Zinsen ins Wanken bringen
Weniger als die Inflation entscheiden aktuell eher globale Ereignisse über die Zinsentwicklung. „Krisen und geopolitische Auseinandersetzungen bringen Risiken mit sich und können daher Einfluss auf die Zinsentwicklung nehmen“, erklärt Pfaffinger. Die jüngste Einigung zwischen den USA und der Europäischen Union (EU) könnte sich zusätzlich auswirken: „Grundsätzlich bringt auch die Übereinkunft höhere Zölle mit sich, die sich potenziell auf die Inflation auswirken können und zudem die Konjunktur belasten.“

Umschuldung von Immobilienkrediten: Wann ein Bankwechsel sinnvoll ist
Wer aktuell vor der Anschlussfinanzierung steht, könnte sich zudem fragen, ab wann sich eine Umschuldung des Kredits lohnen könnte. Eine Umschuldung kann laut Pfaffinger schon bei geringfügig niedrigeren Zinsen sinnvoll sein: „Bereits 0,2 Prozent günstigere Zinsen können eine Umschuldung lohnend machen.“
Der Zins-Check der Woche:
Im Format „Zins-Check der Woche“ teilen Profis aus der Branche jede Woche praktische Tricks für Immobilienkäufer und aktuelle Entwicklungen auf dem Markt. Die wichtigsten Fragen rund um Baufinanzierung und Zinstrends diskutieren wir mit Immobilienprofis. Haben Sie auch Fragen oder Anmerkungen zu dem Thema? Schreiben Sie unserer Redakteurin, sie stellt sie unseren Experten.
Aber Vorsicht: Wer seinen Kredit vor Ablauf der Zinsbindung kündigt, muss in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. „Übersteigt diese die Ersparnis, die mit einer Umschuldung erreicht werden würde, ist eine vorzeitige Ablösung des Kredits nicht sinnvoll.“
Baufinanzierung: Welche Belastungsgrenze Käufer beachten sollten
Damit der Kredit langfristig tragbar bleibt, rät Pfaffinger zudem zu einer realistischen Kalkulation. „Generell sollte eine gute Balance zwischen zügiger Rückzahlung und angemessenem monatlichem Betrag angestrebt werden.“ Dazu gehöre auch, finanzielle Freiräume für Unvorhergesehenes oder schöne Dinge wie einen Urlaub zu sichern. Als Faustregel empfiehlt er: „Eine Rate, die 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens nicht übersteigt.“
Über Florian Pfaffinger, Zinsexperte bei Dr. Klein
Florian Pfaffinger ist Mitglied im Expertenrat der Dr. Klein Privatkunden AG. Er ist Bank- und Diplom-Kaufmann und verfügt über eine mehr als 20-jährige Expertise im deutschen Baufinanzierungsmarkt.
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