Der Bitcoin hat in diesem Jahr bereits neue Rekordstände erreicht – und dennoch zeigt die Kurve aktuell wieder nach unten. Rund 89.815 Euro kostet die bekannteste Kryptowährung derzeit (Stand: 17. Oktober). Damit befindet sich der Kurs seit Jahresbeginn um 0,10 Prozent im Minus. Trotz dieser jüngsten Verluste legte der Bitcoin über ein Jahr um etwa 43 Prozent zu, auf Sicht von fünf Jahren sogar um 825 Prozent.
Doch was steckt hinter dem jüngsten Kursrutsch – und handelt es sich dabei lediglich um eine Kurskorrektur oder steckt mehr dahinter? Und wie wird sich der Kurs in den kommenden Monaten entwickeln? Experten geben eine Einschätzung – und wir beleuchten, ob sich ein Einstieg derzeit lohnt.
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Bitcoin-Prognose für 2025: Was den BTC-Kurs aktuell belastet
Ein Tweet von Donald Trump, in dem der Präsident mit Strafzöllen von 100 Prozent auf chinesische Importe drohte, ließ den Bitcoin-Kurs zuletzt deutlich absacken. „Wie schon so oft zeigt sich, dass politische Entscheidungen und Äußerungen den stärksten Einfluss auf den Bitcoin-Preis haben“, erklärt Hartmut Giesen, Geschäftsführer und Krypto-Experte der Hamburger Sutor Bank.
Dabei sei die Kryptowährung ursprünglich geschaffen worden, um als dezentrales, politisch unabhängiges System zu funktionieren. Eine gezielte Manipulation des Kurses habe Trumps Tweet wohl nicht bezweckt. „Allerdings kursieren Gerüchte, dass sein späteres Zurückrudern auch damit zusammenhängen könnte, dass die Trump-Familie zu den großen Verlierern des jüngsten Krypto-Flashcrashs zählte“, so Giesen weiter. Wie der Experte den aktuellen Bitcoin-Kursrutsch weiter analysiert, erfahren Sie hier.

Damit treiben mehrere Faktoren den Bitcoin-Kurs sowohl nach oben als auch nach unten – allen voran politische Entscheidungen aus den USA. „Die aktuelle US-Regierung hat Krypto und insbesondere Stablecoins ins Zentrum ihrer Finanz- und Wirtschaftspolitik gerückt“, sagt Eric Demuth, CEO vom Broker Bitpanda. „Institutionelle Anleger, Banken und Staaten bewegen sich zunehmend in den Markt. Stablecoins stärken den Dollar weltweit und finanzieren gleichzeitig kurzfristige US-Staatsanleihen“, so Demuth. Zudem seien durch die Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs extrem viel frisches Kapital in den Markt geflossen. Der Profi ist überzeugt: „Das ist keine kurzfristige Rally, sondern ein struktureller Wandel.“
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Dem stimmt Jan-Patrick Weuthen vom Vermögensverwalter B&K Vermögen in Teilen zu: Großbanken würden vermehrt dazu übergehen, eine Bitcoinbeimischung in Höhe von drei bis fünf Prozent für breit diversifizierte Portfolios zu empfehlen, „was zeigt, dass das Thema in der klassischen Portfoliotheorie Einzug hält.“ Unterstützend wirke zudem die Aussicht auf niedrigere Zinsen sowie der in diesem Jahr sehr schwache US-Dollar, urteilt der Profi.
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Samir Zakaria vom Vermögensverwalter Hansen & Heinrich zeigt sich ebenfalls optimistisch: „Bitcoin wird zunehmend als sicherer Hafen wahrgenommen, vergleichbar mit digitalem Gold.“ Seine Begründung: Wie Gold sei auch Bitcoin ein neutrales Asset, das keiner Nation, keiner Firma und keiner politischen Macht gehört. „Diese Kombination aus Neutralität, digitaler Effizienz und einer Limitierung auf 21 Millionen Stück hat in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung einen enormen strategischen Wert und genau das wird von immer mehr Investoren erkannt“, denkt der Vermögensverwalter.
Bitcoin-Ausblick: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg? Experten ordnen ein
Dennoch ist der Kryptomarkt vor allem für eine Sache bekannt: seine enormen Schwankungen. Das konnten Investoren in den vergangenen Tagen erneut erleben. Anleger, die heute einsteigen könnten, machen morgen schon wieder Verluste – oder umgekehrt.
Wie schätzen die Experten also die aktuelle Lage ein? Lohnt sich ein Einstieg? „Für mich ist die Situation aktuell klar. Regulatorische Hürden sind gefallen, große Banken bauen Infrastruktur auf. Stablecoins und Tokenisierung werden ein fundamentaler Bestandteil des globalen Finanzsystems. Wir stehen am Anfang der nächsten Phase der Finanzinfrastruktur“, sagt Demuth.

Ebenfalls positiv gestimmt ist Weuthen: „Ein Einstieg kann strategisch sinnvoll sein – sowohl über direkte Käufe als auch über ETFs.“ Das Momentum aufgrund der institutionellen Nachfrage bleibe weiter hoch. „Auch die politische Unterstützung treiben den Kurs und vermindern Abwärtsrisiken.“ Doch er warnt: „Bitcoin bleibt weiterhin hochvolatil. Rücksetzer um 20 bis 30 Prozent sind jederzeit möglich und sollten nicht überraschen.“ Sein Tipp: Anleger sollten sich auf dem jetzigen Niveau überlegen, statt einer Einmalanlage eher gestaffelt in diese Assetklasse einzusteigen, um Kursschwankungen abzufedern.
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Zakaria ergänzt: „Langfristig ist der Einstieg aus meiner Sicht sinnvoll – Bitcoin ist ein strategischer Wertspeicher.“ Je kurzfristiger der Zeithorizont, desto riskanter werde es allerdings mit jedem weiteren Preisanstieg. Größere Korrekturen seien schließlich jederzeit möglich – „ein Risiko, das gerade Erstinvestoren oft unterschätzen.“
Ortay Gelen vom Vermögensverwalter Axia Asset Management fügt hinzu: „Kurzfristig lassen sich sicherlich Performance-Punkte sammeln, jedoch zu welchem Preis? Das übergeordnete Leitbild bei Bitcoin ist in der Regel ein langfristiger Anlagehorizont.“ Hierbei könnten Investoren durchaus darüber nachdenken, mit einem kleineren Investment zu starten. So können Anleger herausfinden, ob sie mit den hohen Schwankungen klarkommen. „Aus meiner Erfahrung heraus, bietet sich eine Depotgewichtung zwischen drei bis zehn Prozent an, je nach persönlicher Risikoneigung und Anlagehorizont.“
Bitcoin-Ausblick 2025: Welches Kursziel ist noch drin?
„Sollte die Nachfrage durch Institutionelle und Regierungen weiter steigen und die frei verfügbaren Bitcoinbestände parallel dazu weiter sinken, dann entsteht ein Flaschenhalseffekt, der für stark steigende Kurse sorgen kann“, so Weuthen. Kursziele seien in diesem Fall schwer zu kalkulieren, da ausschließlich Angebot und Nachfrage den Kurs bestimmen und keine inneren Werte zur Berechnung herangezogen werden können. „Namhafte Häuser und Kryptoinstitute nennen Kurse zwischen 150.000 bis 400.000 US-Dollar.“
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Zakaria sagt: „Viele große Anleger sind noch nicht investiert – dieses Kapital steht noch in den Startlöchern. Der Zugang wird fast wöchentlich erweitert: Erst kürzlich hat auch die kryptokritische Bank JP Morgan seinen Kunden den Zugang zu Bitcoin-ETFs ermöglicht.“ Er ergänzt: „Sollte die US-Regierung wie angekündigt beginnen, Bitcoin zusätzlich zu erwerben, wäre ein Preis von 300.000 oder 400.000 US-Dollar bis 2026 durchaus im Bereich des Möglichen.“
Altcoins im Blick: Welche Kryptowährungen könnten durchstarten?
Doch könnten auch andere Kryptowährungen, sogenannte Altcoins, von einem Bitcoin-Hoch profitieren? „In vergangenen Zyklen war es immer so, dass erst Bitcoin stark anzieht, dann Ethereum folgt und anschließend Mid- und Low-Cap-Altcoins“, sagt Demuth. Hinzu komme jetzt, dass es zunehmend auch Altcoin-ETFs gibt. Das sorge dafür, dass institutionelles Kapital auch in diese Projekte fließt.
Gelen ergänzt: „Besonders interessant sind aktuell Ethereum, Solana, Chainlink und Polygon.“ Die Gründe: Ethereum, als zweitgrößte Kryptowährung und Plattform für Smart Contracts, sei eng mit dem Gesamtmarkt gekoppelt und kann von Zuflüssen institutioneller Anleger ebenfalls neue Hochs erreichen.
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Solana biete mit seiner hohen Transaktionsgeschwindigkeit in diesem Kontext und Stellung als Ethereum-Konkurrent ebenso hohes Ertragspotenzial. Chainlink sei hierbei Nutznießer von der zunehmenden Nutzung von Smart Contracts. Polygon, als Layer-2-Lösung für Ethereum, steche vor allem durch niedrige Kosten und schnelle Transaktionen hervor und biete somit „gute Wachstumsaussichten“, so der Profi.
Er ergänzt: „Wichtig ist, dass Anleger beachten, dass Altcoins spekulativer als Bitcoin sind. Der Kryptobereich bleibt volatil, aber auch chancenreich – daher gilt es, mit Bedacht, Weitblick und risikobewusst vorzugehen“, sagt er.



