- Blaualgen breiten sich an der Ostsee und in Seen aus
- Die Gefahr von Blaualgen ist nicht zu unterschätzen
- Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema
Sommer, Sonne, Eiscreme – und Baden? Dieses Quartett gehört für die meisten im Sommer eigentlich untrennbar zusammen. Doch in einigen deutschen Badeseen und in der Ostsee treibt ein unerwünschtes Bakterium sein Unwesen, das aus dem Badespaß schnell eine teils gefährliche Erfahrung machen kann. Die sogenannte Blaualge sorgt vielerorts immer wieder für Verstimmung bei badefreudigen See-Besuchern.

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Denn: Die Blaualge kann schwere Folgeerkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Doch was genau sind Blaualgen eigentlich? Wo kommen sie vor? Wie gefährlich sind sie? Und wie kann man sie erkennen? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten, mit denen Sie sich und Ihre Liebsten bestmöglich schützen können.
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Was sind Blaualgen?
Der Begriff „Blaualge“ ist per se irreführend. Denn: Bei den Blaualgen handelt es sich gar nicht um Algen, also Wasserpflanzen, sondern um ein Bakterium, das einen blau-grünlichen Farbstoff enthält. Bei Hitze finden die Bakterien beste Lebensbedingungen und vermehren sich stark. Sie treten deshalb im Sommer verstärkt auf.
Wie gefährlich sind Blaualgen für Menschen?
Die Gefahr von Blaualgen ist nicht zu unterschätzen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schreibt dazu: „Blaualgen produzieren Gifte. Bei normaler Konzentration sind sie keine Gefahr für Mensch und Tier. Bei hohen Temperaturen vermehren sich die Blaualgen aber explosionsartig im Wasser. Dann sind sie schädlich für Organismen und können zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Atemnot oder Hautreizungen führen.“ Besonders das Verschlucken oder Einatmen von befallenem Wasser ist gefährlich. Aber: Schwere Folgen sind in Deutschland bisher kaum bis gar nicht vermeldet worden.
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Woran erkennt man Blaualgen?
Grundsätzlich werden alle deutschen Badegewässer regelmäßig auf die Wasserqualität überprüft. Bei einem Befall sprechen die Behörden eine Warnung aus. Sollten Sie sich unsicher sein, gibt es dennoch Möglichkeiten, einen Blaualgen-Befall zu erkennen. Diese Fragen gilt es dabei zu beachten:
- Ist das Wasser grünlich oder blau-grünlich verfärbt?
- Treiben tote Fische an der Wasseroberfläche?
- Thema Sicht: Können Sie Ihre Füße noch sehen, wenn Sie knietief im Wasser stehen? Ansonsten gilt Vorsicht.
- Sind „wolkenartige“ Gebilde im Wasser zu sehen?
- Weist das Gewässer Schlieren oder Algenteppiche auf?
Der BUND schreibt jedoch: „(...) Eine spezifische Bestimmung ist aber nur im Labor möglich. Daher gilt vor einem Bad im nächsten See: Möglichst schon im Vorfeld Informationen über mögliche Belastungen einholen und lieber eine offizielle Badestelle aufsuchen. Ein glasklarer See hat meist eine gute Wasserqualität.“
Was tun bei Kontakt mit Blaualgen?
Sollten Sie kleinere Mengen von befallenem Wasser verschluckt haben, gilt es, erst einmal Ruhe zu bewahren. Duschen Sie sich zunächst gründlich ab. Auch die beim Baden genutzte Kleidung gehört in die Wäsche. Sollten Sie dann jedoch eines der bereits genannten Symptome verspüren, sollten Sie sich schnellstmöglich in ärztliche Behandlung begeben. Das kann auch der Hausarzt sein. Aber: Für wirklich schlimme gesundheitliche Folgen müsste eine sehr große Menge Wasser verschluckt werden, schreibt das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium.

Warum darf man bei Blaualgen nicht baden?
Werden explizite Verbotsschilder aufgestellt, möchten die lokalen Behörden die Menschen schlicht schützen. Dabei ist es wichtig, diesen Anweisungen Folge zu leisten, da Sie sich sonst selbst unnötig in Gefahr bringen könnten. Wichtig: Verbote werden nicht leichtfertig ausgesprochen, sondern nur aus wissenschaftlicher und sicherheitstechnischer Notwendigkeit.
Kann man trotz Blaualgen baden?
Ein Badebesuch bei offensichtlichem Blaualgen-Befall ist dringend zu unterlassen, da die gesundheitlichen Folgen drastischer wären als der kurzzeitige Badespaß. Sehen Sie sich in solch einem Fall lieber nach einem anderen Gewässer um oder nutzen Sie die Angebote der öffentlichen Frei- und Schwimmbäder.
Welche Seen sind derzeit wegen Blaualgen gesperrt?
Welche Seen derzeit befallen sind, ist abhängig von Wetter, Jahreszeit und Temperatur. Zurzeit gibt es unter anderem Warnungen für die Ostsee bei Warnemünde, am Seeburger See bei Göttingen, am kleinen See in Lindau am Bodensee sowie am Altmühlsee in Bayern.
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Was ist der Unterschied zwischen Blaualgen und Grünalgen?
Bei Blaualgen handelt es sich wie bereits erwähnt nicht um Algen im klassischen Sinne, sondern um Bakterien. Grünalgen hingegen sind „echte“ Pflanzen, die ganz natürlich im Sommer wachsen und blühen und in der Regel harmlos sind.
Sind Cyanobakterien und Blaualgen das Gleiche?
Sowohl Blaualgen als auch Cyanobakterien beschreiben das gleiche Phänomen. Cyan steht dabei übersetzt für einen Farbton im Bereich zwischen blau und grün, woraus sich schließlich der umgangssprachliche Begriff Blaualgen bildete.
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Wie lange dauert eine Badewarnung wegen Blaualgen an?
Ob und wann eine Warnung wegen Blaualgen-Befalls aufgehoben wird, kann man nicht pauschal beantworten. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Bei Regen etwa wird das Wasser durchgemischt und kann den Blaualgen-Befall verringern. Gleiches gilt auch für kühlere Temperaturen und fehlenden Sonnenschein. Anlaufstelle bei Fragen sind immer die lokalen Gesundheitsämter und ‑behörden.
Wird es in Zukunft mehr Blaualgen geben?
Da es in Deutschland aufgrund des Klimawandels immer heißer wird, gehen Experten davon aus, dass sich auch die Blaualge immer häufiger verbreiten wird. In welchem Ausmaß das der Fall sein könnte, ist bisher nicht genau abzusehen.








