Immer mehr Menschen unter 50 Jahren bekommen die Diagnose Darmkrebs. Parallel dazu wächst der Anteil ultraverarbeiteter Lebensmittel in der Ernährung. Ob die Lebensmittel für den Anstieg der Fälle verantwortlich ist, ist noch unklar. Doch eine neue, umfangreiche Studie aus den USA liefert nun weitere Hinweise darauf, dass diese Produkte das Risiko für frühe Veränderungen im Darm deutlich erhöhen können.
Auch interessant
Darmkrebs: Ein Befund mit Signalwirkung
Forscherinnen und Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health und des Mass General Brigham Cancer Institute haben über 29.000 Teilnehmerinnen aus der „Nurses’ Health Study II“ über viele Jahre begleitet. Die Nurses’ Health Study II ist eine große Langzeit-Studie, in der Forschende seit 1989 das Leben und die Gesundheit von vielen Krankenschwestern beobachten.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Das Ergebnis: Frauen, die besonders viele ultraverarbeitete Lebensmittel konsumierten, hatten ein 45 Prozent höheres Risiko, bis zum 50. Lebensjahr sogenannte konventionelle Adenome zu entwickeln. Das sind Polypen im Dick- und Enddarm, die als klassische Vorstufen für Krebs gelten.
Auch interessant
Wo versteckt sich das Risiko?
Die größten „Kostentreiber“ der ultraverarbeiteten Lebensmittel in der Studie waren: industriell hergestellte Brote und Frühstücksprodukte, fertige Saucen, Aufstriche und Würzmittel und süße oder künstlich gesüßte Getränke.
All diese Produkte enthalten laut UNO-Lebensmittelorganisation FAO Zutaten und Verfahren, die in einer normalen Küche kaum vorkommen: Emulgatoren, Stabilisatoren, Farbstoffe, Aromen oder Konservierungsmittel. Viele dieser Stoffe sollen Geschmack, Haltbarkeit und Konsistenz optimieren – stehen aber zunehmend im Verdacht, Darmflora und Schleimhautbarriere zu beeinträchtigen.
Auch interessant
Das können Sie im Alltag tun
Fachleute raten deshalb zu einfachen Schritten im Alltag: Wer häufiger die Etiketten liest und ein Auge auf die oft langen, schwer nachvollziehbaren Zutatenlisten wirft, kann viele ultraverarbeitete Produkte leichter erkennen. Auch lohnt es sich, den eigenen Konsum von Salz, Zucker und Zusatzstoffen im Blick zu behalten, viele dieser Fertigprodukte sind so komponiert, dass sie den Appetit eher anregen als stillen.
Auch interessant
Stattdessen empfehlen Ernährungsmediziner Lebensmittel, die gut sättigen und zugleich nährstoffreich sind: viel Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte und Wasser.
Warum gerade jüngere Menschen häufiger betroffen sind
Adenome machen oft lange keine Beschwerden. Werden sie größer, können dunkler oder blutiger Stuhl, Bauchschmerzen, unerklärliche Gewichtsabnahme oder Blutarmut auftreten. Ärztinnen und Ärzte raten daher, ab 45 Jahren zur Darmkrebsvorsorge zu gehen, bei familiärer Vorbelastung früher.
Lesen Sie auch
Die Studie beweist keinen kausalen Zusammenhang. Das betonen die Forscher ausdrücklich. Doch sie liefert starke Indizien. Man brauche dringend weitere Untersuchungen, um zu verstehen, welche Bestandteile besonders problematisch seien, schreiben die Forscher und Forscherinnen.











