Die Mammographie von Deirdre Hall schien zunächst unauffällig: Keine Knoten, Schatten oder Flecken, die auf Brustkrebs hingedeutet hätten. Doch eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Software markierte einen Bereich in ihrer linken Brust, den sie als verdächtig einstufte. Aufgrund dieses Hinweises des KI-Systems wurde Hall einer Ultraschalluntersuchung unterzogen, die schließlich eine Biopsie und die Entdeckung von vier Krebstumoren in einem frühen Stadium nach sich zog. „Ohne die KI wäre dies völlig übersehen worden“, betonte Dr. Sean Raj von SimonMed Imaging in Tempe, Arizona. Hall selbst zeigte sich bei „NBC News“ erleichtert: „Ich bin so froh, dass sie den Krebs so früh entdeckt haben.“

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Die Technologie der KI wird immer häufiger von Radiologen zur Auswertung von Mammographien eingesetzt. Dabei können solche Systeme nicht nur gefährdete Gewebebereiche markieren, sondern auch die Wahrscheinlichkeit einer Brustkrebserkrankung voraussagen. Experten trainieren die Software mit Hunderttausenden von Mammografiebildern, was ihre Fähigkeit verbessert, subtile Unterschiede zwischen bösartigem und gutartigem Gewebe zu erkennen.

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Dichtes Brustgewebe erschwert die Erkennung von Tumoren

Für Frauen wie Hall, deren dichtes Brustgewebe die Erkennung von Tumoren stark erschwert, kann die KI lebensrettend sein. Dr. Otis Brawley von der Johns Hopkins University erklärt die Herausforderung, mit der Radiologen konfrontiert sind: „Es ist, als würde man versuchen, in einem Schneesturm einen Schneeball zu finden.“

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In den USA sind bereits zahlreiche KI-Programme für Mammografien zugelassen, wobei deren Genauigkeit sehr unterschiedlich ausfällt. Die bei Hall eingesetzte Software von Lunit erkannte laut einer Studie aus dem Magazin JAMA Oncology Krebs in 88,6 Prozent der Fälle korrekt – lieferte allerdings mit einer Rate von sieben Prozent auch falsch positive Ergebnisse. Diese können unnötige Tests und Sorgen verursachen.

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KI bleibt umstritten: weitere Studien notwendig

Trotz der beeindruckenden Möglichkeiten, die KI bietet, bleibt sie umstritten. Für einige Experten sind weitere Studien notwendig, um zu beweisen, dass diese Technologie tatsächlich Leben rettet. „So weit sind wir noch nicht“, erklärte Dr. Sonja Hughes von der Brustkrebsorganisation Susan G. Komen. Auch birgt der Einsatz von KI Risiken: Radiologen könnten Fehler machen, wenn sie sich zu sehr auf die Software verlassen, warnte ein Artikel in RadioGraphics. Ein weiteres Problem könnte die Verzerrung durch die einseitige Trainingsbasis der KI sein, da sie hauptsächlich mit Bildmaterial von weißen Frauen entwickelt wird.

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Studien zeigen jedoch vielversprechende Ansätze. Ein Forscherteam der University of California in San Francisco wies jüngst nach, dass sich durch den Einsatz der Technologie die Zeit zwischen Mammographie und Krebsdiagnose signifikant verkürzen lässt – von durchschnittlich 73 Tagen auf nur noch neun. Andere Studien belegen, dass KI in einigen Fällen Tumore entdeckt, die Radiologen übersehen haben. Dennoch betonen Experten wie Dr. Lisa Abramson vom Mount Sinai Hospital: „KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für Radiologen. Aber sie verbessert unsere Fähigkeit, Krebs zu erkennen.“

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Auch die Kosten bleiben dabei ein Thema: große medizinische Zentren berechnen für die Verwendung von KI bei Mammografien keine zusätzlichen Gebühren. Manche Anbieter hingegen verlangen bis zu 50 US-Dollar für zusätzliche Analysen durch eine zweite KI-Technologie. Doch auch hier überwiegt für Betroffene wie Hall der Nutzen. Zwar findet sie die Technologie „gruselig“, wie sie bei „NBC News“ sagt, doch ein frühes Eingreifen, wie es die KI ermöglicht hat, hat ihr Leben gerettet: „Egal, wie es gefunden wurde, ich bin froh, dass es gefunden wurde.“