Die Zeitumstellung gehört seit Jahrzehnten zu den festen Ritualen in Deutschland – zweimal im Jahr werden die Uhren vor- oder zurückgestellt. Eingeführt wurde sie 1980 als Reaktion auf die Ölkrise 1973, um Energie zu sparen. Doch der erhoffte Effekt blieb weitgehend aus, während sich viele Menschen jedes Jahr aufs Neue über den „Mini-Jetlag“ ärgern. Nun zeigt eine aktuelle US-Studie, dass die gesundheitlichen Folgen der halbjährlichen Umstellung weit größer sind, als man bislang dachte – und dass eine dauerhafte Zeitregelung messbare Vorteile hätte.

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Forschende der Stanford University modellierten den Einfluss von Zeitumstellung, dauerhafter Sommerzeit und dauerhafter Normalzeit auf den menschlichen Biorhythmus. Dabei kombinierten sie Daten zu Sonneneinstrahlung, Geografie und Gesundheit mit circadianen Modellen.

US-Studie zur Zeitumstellung – das Ergebnis:

  • Die halbjährliche Umstellung ist für die innere Uhr am belastendsten und erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Übergewicht.
  • Dauerhafte Normalzeit („Winterzeit“) bringt die größten gesundheitlichen Vorteile.
  • Dauerhafte Sommerzeit („Sommerzeit das ganze Jahr“) hätte ebenfalls positive Effekte, allerdings etwas schwächer.

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Zeitumstellung: Negative Auswirkungen auf Gesundheit schon länger bekannt

Die Studie fand heraus, dass die Zahl der von einem Schlaganfall Betroffenen bei permanenter Winterzeit um 0,09 Prozent sinken würde. Die Zahl der von Adipositas Betroffen um 0,78 Prozent. Das klingt wenig – ist es aber nicht, wenn man es auf eine Bevölkerung wie Deutschland hochrechnet: Bei rund 84 Millionen Einwohnern wären das 75.000 weniger von einem Schlaganfall Betroffene.

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Schon länger sind negative Auswirkungen der Zeitumstellung auf die Gesundheit bekannt. So leiden viele Menschen nach der Umstellung unter Schlafproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten. Seit Jahren wird in der EU über die Abschaffung der Zeitumstellung diskutiert, konkrete Beschlüsse wurden aber immer wieder vertagt.

kmh