Wenn draußen die Temperaturen steigen, fällt es vielen Menschen schwerer zu schlafen. Doch für einige kann die sommerliche Hitze nicht nur unangenehm, sondern gefährlich werden. Eine neue internationale Studie, die Mitte Juni bei „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, zeigt: Besonders Menschen mit Schlafapnoe leiden bei heißen Nächten deutlich stärker – mit womöglich gravierenden gesundheitlichen Folgen.
Hitze bringt den Atem aus dem Takt
Die sogenannte obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist keine harmlose Schlafstörung. Bei den Betroffenen blockieren die oberen Atemwege im Schlaf immer wieder, was zu kurzen Atemaussetzern führt, teils Dutzende Male pro Stunde. Der Körper reagiert darauf mit Weckreaktionen, unterbrochenem Schlaf und einer erhöhten Belastung für Herz und Kreislauf. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, steigt das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall – und sogar für Unfälle am Steuer.
Wie stark sich nächtliche Hitze auf diese Atemstörung auswirkt, zeigt nun eine groß angelegte Auswertung der Flinders University in Australien. Über 116.000 Menschen in verschiedenen Ländern nahmen an der Untersuchung teil, deren Daten aus rund 62 Millionen Nächten analysiert wurden. Die Ergebnisse sind deutlich: An besonders heißen Tagen, mit durchschnittlich 27 Grad, war die Wahrscheinlichkeit für Atemaussetzer im Schlaf rund 45 Prozent höher als an kühlen Tagen mit etwa 6 Grad. Bei Menschen mit schwerer Schlafapnoe stieg die Belastung sogar um bis zu 50 Prozent.
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Mehr Wärme, weniger tiefer Schlaf
Ein möglicher Grund für diesen Effekt: Hitze führt dazu, dass Menschen weniger tief schlafen. Doch gerade im Tiefschlaf tritt Schlafapnoe weniger häufig auf, ein leichterer Schlaf hingegen begünstigt die Aussetzer. Eine Studie aus dem Jahr 2009 hatte diesen Zusammenhang bereits angedeutet.

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Besonders deutlich war der Zusammenhang in europäischen Ländern, möglicherweise auch deshalb, weil dort Klimaanlagen deutlich seltener sind als etwa in den USA oder Australien.
Klimawandel als Gesundheitsrisiko
Doch die Studie bleibt nicht bei der medizinischen Momentaufnahme stehen. Die Forscher haben berechnet, wie stark die weltweite Krankheitslast durch Schlafapnoe in Zukunft steigen könnte, je nach Verlauf des Klimawandels.
Schon im Jahr 2023 sei es weltweit durch die klimabedingte Zunahme an Schlafapnoe zu einem Verlust von rund 800.000 gesunden Lebensjahren gekommen, so die Berechnung. Bis zum Jahr 2100 könnte sich diese Belastung in vielen Regionen verdoppeln oder gar verdreifachen. Mit entsprechend hohen wirtschaftlichen Folgen durch Arbeitsausfälle und medizinische Versorgung.
Wie Betroffene sich schützen können
Auch wenn die Ursachen im Detail noch nicht vollständig erforscht sind, klar ist: Schlafapnoe-Patientinnen und -Patienten sollten besonders auf ein kühles Schlafumfeld achten. Dazu gehört, tagsüber Fenster und Rollläden geschlossen zu halten, nachts aber gezielt zu lüften. Die konsequente Nutzung einer CPAP-Atemmaske bleibt auch in warmen Nächten wichtig, selbst wenn es unangenehm wird. Denn gerade in solchen Nächten ist das Risiko für gesundheitliche Komplikationen erhöht.
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Die Folgen von unbehandelter Schlafapnoe gehen weit über Tagesmüdigkeit hinaus. Die nächtlichen Sauerstoffunterversorgungen belasten das Herz, erhöhen das Risiko für Bluthochdruck und begünstigen sogar Herzrhythmusstörungen. Auch Sodbrennen und Konzentrationsstörungen sind häufig. Viele Betroffene schlafen zudem im Alltag immer wieder kurzzeitig ein.
Um besser zu schlafen, helfen neben kühlen Temperaturen auch eine leichte Abendmahlzeit, der Verzicht auf Alkohol und vor allem: regelmäßiger Schlafrhythmus. Wer Atemaussetzer bei sich vermutet, sollte ärztlichen Rat suchen.










