Kaum ist der Wecker losgegangen, drückt man im Halbschlaf den Snooze-Button. Nur ein paar Minuten mehr. Doch der scheinbar harmlose Reflex am Morgen könnte mehr schaden als nützen.

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Schlafmediziner warnen zunehmend vor dem Drücken des Schlummerknopfs. „Der erste Weckton reißt uns oft aus wichtigen Schlafphasen“, erklärt Dr. Rebecca Robbins vom Brigham and Women’s Hospital in Boston gegenüber CNN. Alles, was danach komme, sei meist fragmentierter, qualitativ schlechter Schlaf.

Schlummern: Warum das keine gute Idee ist

Tatsächlich zeigt eine Studie mit Daten aus der App SleepCycle: Snoozer gönnen sich nach dem ersten Klingeln durchschnittlich noch rund elf Minuten. Hochgerechnet auf einen Monat entspricht das fast einer kompletten Nacht – im Halbdämmerzustand zwischen Schlaf und Erwachen.

Das Problem: In den frühen Morgenstunden befinden wir uns oft im REM-Schlaf – einer Phase, in der das Gehirn besonders aktiv ist und Erinnerungen verarbeitet. Wer in dieser Phase aufwacht und sich danach wieder kurz in den Halbschlaf wiegt, riskiert sogenannte Schlafträgheit: Ein Gefühl von Nebel im Kopf, das sich über Stunden ziehen kann.

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Aber ist Schlummern wirklich so schlimm? Nicht alle Forscher sehen das so eindeutig. Dr. Justin Fiala, Schlafmediziner an der Northwestern University in Chicago, weist laut CNN darauf hin, dass es keine klare Studienlage zum Thema gibt. Für manche Menschen – etwa ausgesprochene Nachteulen – kann die sanfte Rückkehr in den Schlaf durch das Snoozen sogar helfen, den Aufwachprozess besser zu bewältigen.

Denn: Unser „Chronotyp“ – also ob wir eher Frühaufsteher oder Nachtschwärmer sind – wird stark durch Gene und Alter bestimmt. Wer von Natur aus spät aktiv ist, aber früh aufstehen muss, empfindet den Weckruf oft als besonders hart. Für diese Gruppe könne der sanfte Ausstieg aus dem Tiefschlaf sogar hilfreich sein, so Fiala. Nur: Wie genau der Körper auf das Snoozen reagiert, ist individuell verschieden – und bislang wenig erforscht.

Der Trick: Aufstehen wie ein Profi

Ob Morgenmuffel oder Frühaufsteher, fest steht: Wer gut schläft, braucht den Snooze-Button seltener. Schlafexperten raten daher zu regelmäßigen Bettzeiten (mit maximal 30 Minuten Spielraum) und einem möglichst gleichmäßigen Schlafrhythmus, auch am Wochenende.

Zusätzlich hilft ein cleverer Morgenplan. „Stellen Sie den Wecker so spät wie möglich – aber so, dass Sie wirklich aufstehen müssen“, empfiehlt Robbins. Was dann noch hilft: Morgens direkt Licht hereinlassen, statt im Dunkeln zu trödeln. Und: Rituale schaffen, die Lust aufs Aufstehen machen, sei es die Tasse Kaffee, ein gutes Frühstück oder zehn Minuten Frischluft auf dem Balkon.

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Wer generell zu wenig schläft – etwa wegen Stress, Kindern oder Schichtarbeit – kann vom Snoozen am wenigsten profitieren. Denn: Schlafmangel wirkt sich nachweislich negativ auf Konzentration, Stimmung und Gedächtnis aus. Eine aktuelle Metaanalyse von 61 Studien zeigt: Schon wenige Nächte mit eingeschränktem Schlaf verschlechtern deutlich die geistige Leistungsfähigkeit, besonders Aufmerksamkeit, Entscheidungsfähigkeit und Gedächtnis leiden.