Der intensive Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft könnte Folgen für Allergiker haben. Das legt eine neue Studie von belgischen Wissenschaftlern nahe, die jüngst im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Demnach gibt es auf gedüngten Flächen deutlich mehr Pollen als auf ungedüngten. Tests zeigten außerdem, dass die Pollen von gedüngten Flächen stärkere allergische Reaktionen hervorrufen.

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Für ihre Studie haben die Forscher ungedüngte und gedüngte Graslandschaften in Belgien untersucht. Dafür nahmen sie Pollenproben der Flächen und testeten diese im Labor. Die Proben von gedüngten Flächen wiesen etwa sechsmal so viele Pollen auf, wie die ungedüngter. Dies ließe sich schlicht damit erklären, dass der Dünger das Pflanzenwachstum fördert.

Allergie: Düngemittel machen Pollen aggressiver
Doch die Wissenschaftler waren damit nicht am Ende. Sie testeten, wie bestimmte Zellen im Blut von Allergikern auf die Pollen reagieren. Dabei stellte sich heraus: Die Pollen von gedüngten Flächen riefen eine weitaus deutlichere allergische Reaktion hervor. Auch hier war der Unterschied erheblich. Rund fünfmal so stark fiel die Reaktion auf gedüngte Pollen aus.
Die Forscher sehen in der intensiven Nutzung von Düngemitteln nicht nur ein Problem für die Umwelt, sondern auch für die menschliche Gesundheit. „Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit politischer Maßnahmen zur Bekämpfung der Stickstoffverschmutzung, um deren Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit zu mildern“, heißt es in der Studie.
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Weniger Düngemitteleinsatz also? Auch in Deutschland warnt das Bundesumweltamt, dass im Übermaß in die Umwelt eingebrachter Stickstoff zu zu enormen Belastungen von Ökosystemen führt. Dagegen würde in der Landwirtschaft etwa helfen, weniger Mineraldünger einzusetzen, importierte Futtermittel durch heimische zu ersetzen und die Anzahl von Nutztieren zu verringern.
lro






