• Heuschnupfen belastet jedes Jahr Millionen Menschen in Deutschland
  • Viele Betroffene finden trotz verschiedener Medikamente keine richtige Linderung
  • In ihrer Kolumne verrät Dr. Ina Lucas, was sie ihren Patienten in solchen Situationen rät

Die Nase läuft, die Nebenhöhlen sind zugeschwollen, die Augen jucken: Nicht wenige Heuschnupfen-Patienten sehnen das Ende der Pollenflugzeit herbei. Doch egal, welche Behandlungsmethode auch gewählt wird: Nicht immer gibt es für die Betroffenen einfache und schnelle Hilfe.

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In ihrer Kolumne „Der gute Rat der Apothekerin“ gibt Dr. Ina Lucas Tipps zu Krankheiten, Behandlungsmethoden und Fragen zu Medikamenten. Heute befasst sie sich mit dem Thema Heuschnupfen und verrät, wie sie ihren Kunden und Patienten bestmöglich hilft.

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Heuschnupfen: An diesem Aspekt ist er deutlich zu erkennen

Dr. Ina Lucas: „Derzeit kommen viele Patientinnen und Patienten zu mir in die Apotheke und fragen, wie sie ihren Schnupfen am besten behandeln können. Gerade jetzt, im Frühjahr, ist es wichtig, genau hinzusehen – und hinzuhören. Handelt es sich um eine klassische Erkältung oder steckt vielleicht eine Allergie dahinter? Solche Fragen kann ich nur im persönlichen Gespräch klären. Und genau das ist das Schöne an meiner Arbeit: Ich habe die Menschen direkt vor mir.

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Während der Pollensaison kann der Taschentuchverbrauch bei Pollenallergikern durch die Decke gehen.© Christin Klose/dpa-tmn | Christin Klose

Eine Erkältung dauert meist ein bis zwei Wochen. Das Nasensekret ist eher zäh und weißlich bis gelblich gefärbt. Bei einem Erkältungsschnupfen helfen häufig abschwellende Nasensprays, um die Beschwerden zu lindern.

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Ganz anders sieht es beim Heuschnupfen aus: Das Nasensekret ist dünnflüssig und klar, wird oft in großen Mengen produziert – und wer sich nicht rechtzeitig die Nase putzt, muss prompt niesen. Hinzu kommen häufig juckende oder tränende Augen. Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Pollen, denen man draußen kaum ausweichen kann – es sei denn, es hat geregnet. Nach einem Regenschauer ist die Luft spürbar angenehmer, denn feuchte Pollen sind schwerer und bleiben am Boden.

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Früher gab es Pollenpausen im Herbst und Winter. Heute fliegen sie – je nach Region – fast das ganze Jahr über. Zum Glück sind die meisten Betroffenen nur auf bestimmte Pollen allergisch. Im Moment sind es vor allem Birke und Buche, die vielen Menschen in Deutschland zu schaffen machen.

Apothekerin: „Das rate ich meinen Patienten bei Heuschnupfen“

Was hilft? Wichtig ist es, die Belastung so gut wie möglich zu reduzieren. Ich rate meinen Patientinnen und Patienten, nach dem Aufenthalt im Freien zu duschen und die Haare zu waschen. Auch das Umziehen außerhalb des Schlafzimmers gehört dazu – sonst trägt man die Pollen direkt ins Bett. Lüften sollte man bevorzugt nach Regenschauern.

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In vielen Fällen empfehle ich zusätzlich eine medikamentöse Behandlung. In der Apotheke besprechen wir gemeinsam, welches Präparat am besten passt: Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen stehen zur Auswahl. Denn Heuschnupfen ist keine Bagatelle. Bleibt er unbehandelt, kann es zu einem sogenannten Etagenwechsel kommen – aus einer allergischen Reaktion im Nasenraum kann allergisches Asthma entstehen.

Schnupfen oder Heuschnupfen? Expertin gibt klaren Rat

Das Beispiel Heuschnupfen zeigt sehr deutlich: Hinter dem vermeintlich harmlosen Symptom „Schnupfen“ können ganz unterschiedliche Ursachen stecken. In der Apotheke vor Ort bekommen die Menschen schnell und unkompliziert eine kompetente Einschätzung. Und gerade bei Symptomen, die auf den ersten Blick harmlos wirken, ist eine persönliche Beratung durch einen Heilberufler immer besser, als auf eigene Faust Medikamente aus dem Internet zu bestellen.

Unsere Expertin

Dr. Ina Lucas ist 42 Jahre alt. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie Pharmazie an der Freien Universität Berlin. Im Anschluss promovierte Dr. Lucas in einer Kooperation zwischen der FU und dem Robert-Koch-Institut zum Thema Resveratrol und dessen Wirkung. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Zoschke vier Apotheken in Berlin mit rund 80 Angestellten. Dr. Lucas ist Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Berlin sowie Vizepräsidentin der ABDA, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V..

Ich freue mich jeden Tag, Menschen mit meiner Erfahrung unterstützen zu können. Und manchmal reicht schon ein kurzes Gespräch, damit aus einem lästigen Leiden keine ernste Erkrankung wird.“