- Eine Therapeutin erklärt, warum das Bedürfnis nach Bestätigung tief in unserer Kindheit verwurzelt ist.
- Sie warnt, wann diese Suche zur Gefahr für die Partnerschaft wird – und welches Warnsignal Sie ernst nehmen sollten.
- Zugleich zeigt sie, wie Paare mit kleinen Gesten und ehrlicher Offenheit wieder Nähe und Verbindung aufbauen können.
Schon als Kinder wünschen wir uns nichts sehnlicher, als von unseren Eltern gelobt zu werden. Ein anerkennender Blick oder ein „Ich bin stolz auf dich“ geben Halt, prägen unser Selbstwertgefühl und werden zur Grundlage unserer späteren zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch in Liebesbeziehungen spielt das Bedürfnis nach Bestätigung eine große Rolle – auch wenn es nicht vom Partner oder von der Partnerin kommt.

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Ein charmantes Kompliment von einem Fremden oder Freunden und Familienmitgliedern wirkt wie ein kurzer Lichtblick auf das eigene Selbstbild. Doch die Suche nach dieser Bestätigung kann auch zum Risiko für die Partnerschaft werden. Eine Therapeutin klärt auf, auf welches Alarmsignal Sie reagieren sollten.

Wann wird die Suche nach Bestätigung gefährlich für die Beziehung?
Die Suche nach Bestätigung ist laut Inga Thomsen normal. „Das Bedürfnis, gesehen und geschätzt zu werden, gehört zu den grundlegendsten menschlichen Bedürfnissen“, sagt die Diplom-Pädagogin und systemische Therapeutin aus Berlin. Dahinter stecke der tief verwurzelte Wunsch, Resonanz in der Welt zu finden. Anerkennung, so Thomsen, zeige auch außerhalb einer Partnerschaft eine Form der Verbundenheit. Ein Feedback: Du bist da und du zählst.
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In stabilen Beziehungen könne es bereichernd sein, wenn der Partner Aufmerksamkeit von außen erfahre, erklärt Thomsen. Ein fremder Blick oder ein beiläufiges Kompliment könnten das Selbstwertgefühl der Paare stärken. „Im besten Fall“, sagt sie, „fördert es sogar die gegenseitige Anziehung“.
Problematisch wird die Suche nach äußerer Bestätigung der Therapeutin zufolge, wenn das Feedback von außen zur Hauptquelle emotionaler Befriedigung wird und die Bindung zum eigenen Partner auf der Strecke bleibt. Thomsen warnt: „Wenn Abenteuer, Neugier und Wertschätzung nur noch außerhalb der Beziehung erlebt werden, gerät das Gleichgewicht ins Wanken.“
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In dem Fall ersetze die äußere Bestätigung die innere Verbundenheit zum Partner und könne zu schleichender Distanz, zunehmenden Missverständnissen oder sogar Untreue führen. „Nicht unbedingt, weil man jemand anderes sucht“, wie Thomsen betont. „Sondern, weil man sich im Wir nicht mehr wiederfindet.“ Was hilft gegen die fehlende Balance?
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Wer merkt, dass die Suche nach äußerlicher Bestätigung Überhand nimmt, sollte nicht mit Selbstverurteilung, sondern mit Neugier reagieren. „Die zentrale Frage ist nicht: Was stimmt mit mir nicht?“, sagt Thomsen. „Sondern: Wem will ich eigentlich gefallen – und warum?“
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Hinter dieser Frage verbergen sich oft Themen, die weit zurückreichen: ein brüchiges Selbstwertgefühl, alte Glaubenssätze, unerfüllte Bedürfnisse. Oft haben die Betroffenen diese Problematiken nie thematisiert – nicht mit anderen, manchmal nicht einmal mit sich selbst. Der erste Schritt, sagt Thomsen, sei deshalb Ehrlichkeit gegenüber sich selbst.
Der zweite Schritt sei schwieriger, aber zugleich entscheidend: Offenheit in der Beziehung. Ein Gespräch, das nicht anklagt, sondern erklärt. Keine Schuldzuweisung, sondern der Versuch, sich wieder gegenseitig zu sehen. Viele Paare finden dadurch wieder zusammen: „Ein ehrlicher Austausch kann helfen, die emotionale Bindung wieder zu aktivieren“, sagt Thomsen.
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Schon kleine, bewusste Schritte im Alltag könnten Großes bewirken, meint die Therapeutin: Zeit zu zweit, Rituale, die Nähe schaffen, oder Momente, in denen man sich wieder als Paar begegnet, statt als funktionierendes Team. „Ich empfehle Paaren, regelmäßig in Kontakt zu bleiben – emotional, aber auch körperlich“, sagt Thomsen.
Wenn der Alltag das Ruder übernehme, gerate schnell in den Hintergrund, was in der Liebe selbstverständlich sein sollte: der Wunsch, sich nahe und verbunden zu fühlen. Der positive Nebeneffekt: Oft ist die zusätzliche Bestätigung dann gar nicht mehr so wichtig.









