Der amerikanische Senat, der zum Teil bei den Midterms neu gewählt wird, besteht aus genau 100 Mitgliedern. Denn jeder der 50 Bundesstaaten entsendet zwei Senatoren nach Washington. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Menschen in einem Bundesstaat leben. Diese Regel stammt aus der Gründungszeit der Vereinigten Staaten.

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Kompromiss von 1787: Senat schützt kleine Staaten vor Mehrheit

Beim Verfassungskonvent 1787 einigten sich große und kleine Staaten auf einen Kompromiss: Im Repräsentantenhaus sollte sich die Zahl der Sitze nach der Bevölkerung richten. Im Senat sollten dagegen alle Bundesstaaten gleich stark vertreten sein. Damit wollten die kleineren Staaten verhindern, von bevölkerungsreichen Nachbarn politisch überstimmt zu werden.

Warum ist diese Regel umstritten? Heute führt sie zu erheblichen Unterschieden bei der parlamentarischen Repräsentation. California mit rund 39 Millionen Einwohnern besitzt genauso viele Senatoren wie Wyoming mit knapp 600.000 Einwohnern.

US-Senat: Diese Argumente sprechen für oder gegen eine Regeländerung

Ein Senator aus Wyoming repräsentiert damit rechnerisch nur einen Bruchteil der Bevölkerung, die hinter einem Senator aus Kalifornien steht. Auch Montana, Vermont oder Alaska verfügen über jeweils zwei Sitze. Kritiker sehen darin eine Benachteiligung der Einwohner großer Bundesstaaten. Befürworter halten die Regel für unverzichtbar, um den föderalen Charakter der USA zu bewahren und den kleineren Staaten politischen Einfluss zu sichern. Könnte die Zahl von 100 Senatoren verändert werden?

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Grundsätzlich verändert sich die Gesamtzahl, wenn neue Bundesstaaten aufgenommen werden. Als Alaska und Hawaii 1959 hinzukamen, wuchs der Senat von 96 auf 100 Mitglieder. Die Verfassung schützt ausdrücklich das gleiche Stimmrecht der Bundesstaaten im Senat. Ohne Zustimmung eines betroffenen Staates darf es ihm durch eine Verfassungsänderung nicht genommen werden. Die Zahl von 100 ist deshalb keine willkürliche Obergrenze, sondern das Ergebnis der derzeit 50 Bundesstaaten mit jeweils zwei Sitzen.