Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp und ihr Mann fühlen sich offenbar von Hamas-Sympathisanten in der Hauptstadt eingeschüchtert. „Angst vor diesen Leuten“ hätten beide, heißt es laut einem Bericht des „Spiegel“ in einem internen Dokument. Eralp bezieht sich demnach auf Ibrahim Ibrahim, einen Hamas-Sympathisanten, der im September bei der Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln erschienen war.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bei dem Dokument handelt es sich um die von Eralp autorisierte Fassung eines Interviews, das der „Spiegel“ zu Beginn der Woche mit der Linken-Politikerin geführt hatte. In der schriftlichen Fassung, die Eralps Sprecher an das Magazin zurücksandte, waren versehentlich noch Kommentare und Anmerkungen enthalten, die Eralp und ihr Team hinterlassen hatten.
So hatte Eralp eine „Spiegel“-Frage und ihre eigene Antwort zum Hamas-Sympathisanten Ibrahim streichen lassen – und mit einem längeren, offensichtlich für den internen Gebrauch gedachten Text begründet, warum sie nicht namentlich auf ihn eingehen wolle: „Ich kann mich und meine Familie für den ‚Spiegel‘ nicht in Gefahr bringen“, schrieb Eralp laut „Spiegel“ in das Dokument. „Was machen wir jetzt? Können wir das ganze Interview stornieren?“
Elif Eralp soll Angst vor Hamas-Sympathisanten haben
Eralp will in der Hauptstadt Regierende Bürgermeisterin in einer Koalition mit Grünen und SPD werden. Ihre Angst, sich öffentlich zu konkreten Namen wie dem von Ibrahim zu äußern, begründete sie in ihren Anmerkungen: Das Landeskriminalamt habe ihr in der Vergangenheit empfohlen, „nie konkrete Namen zu nennen“, schreibt sie. „Damals ging es um OK“, was für Organisierte Kriminalität steht. „Jetzt geht’s um Leute mit Kontakten zur Hamas.“ Sie hätte das Interview „niemals zusagen dürfen“.
Eralps Sprecher lehnte am Donnerstagmorgen jeden Kommentar zur Spiegel-Geschichte ab. Auf die Anfrage unserer Redaktion, ob er den Bericht bestätigen könne, wonach die Bürgermeister-Kandidatin Angst vor Terror-Sympathisanten hat, gab es kein Dementi. Er könne dazu nichts sagen, so der Sprecher.
Das Magazin schreibt, dass Eralps Büro offenbar versehentlich nicht für die Öffentlichkeit gedachte Kommentare zu einer Interview-Autorisierung an seine Journalisten verschickt habe.
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Wegner reagiert auf Eralp-Bericht: „Wegschauen darf nie die Antwort sein“
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte sich nach dem Bericht auf der Plattform X. „Natürlich darf es nicht sein, dass Politikerinnen und Politiker um ihre Familie oder um sich selbst fürchten müssen. Das gilt selbstverständlich auch für Frau Eralp“, erklärte Wegner. Zugleich warf er Teilen der Berliner Linken vor, Probleme im Zusammenhang mit Extremismus und Kriminalität zu verharmlosen. Verantwortung bedeute, Probleme offen anzusprechen und sich ihnen zu stellen.
Der CDU-Politiker verwies auf Menschen im Umfeld der Berliner Linken, die nach seiner Darstellung die Sicherheit der Stadt gefährdeten und die öffentliche Ordnung angreifen wollten. „Deshalb ist es so wichtig, den Verfassungsschutz und die Berliner Polizei zu stärken. Die Antwort darauf darf niemals sein, wegzuschauen oder zu schweigen und schon gar nicht, die Probleme zu leugnen, wie es Teile der Berliner Linken tun. Die Antwort muss sein: Probleme klar, offen und ehrlich benennen, Polizei, Verfassungsschutz und Justiz in ihrer Arbeit stärken und die Mittel des Rechtsstaats konsequent nutzen“, so Wegner weiter.
„Wer Terror verherrlicht, wer Jüdinnen und Juden bedroht, wer kriminelle Strukturen aufbaut, darf in unserer Stadt keinen Platz und schon gar nicht im Umfeld von Parteien, die Berlin regieren wollen haben“, schrieb der Regierende Bürgermeister.
lth/afp










