Die amerikanischen Zwischenwahlen finden am Dienstag, 3. November 2026, statt. An diesem Tag werden sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze vergeben. Auch zahlreiche Gouverneure, Landesparlamente und regionale Amtsträger stehen zur Wahl.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Anders als in Deutschland gibt es in den USA keinen einheitlichen Wahlbeginn und keinen gemeinsamen Zeitpunkt, zu dem sämtliche Wahllokale schließen. Das Land erstreckt sich über mehrere Zeitzonen. Hinzu kommen unterschiedliche Wahlgesetze der Bundesstaaten. Für deutsche Zuschauer beginnt die entscheidende Phase deshalb erst nach Mitternacht, also am Mittwoch, 4. November.

Early Voting bei den Zwischenwahlen: Wann beginnt die Wahl?

In zahlreichen Bundesstaaten können Bürger schon Tage oder Wochen vor dem eigentlichen Wahltermin abstimmen. Dazu dienen die Briefwahl und die persönliche vorzeitige Stimmabgabe, das sogenannte Early Voting. Die Voraussetzungen dafür unterscheiden sich. Manche Staaten versenden erst auf Antrag Briefwahlunterlagen, andere automatisch an registrierte Wahlberechtigte. Teilweise müssen Stimmen bereits am Wahltag eingegangen sein; andernorts können rechtzeitig abgesandte Wahlbriefe noch später berücksichtigt werden.

Am 3. November öffnen die Wahllokale meist zwischen 6 und 8 Uhr Ortszeit. Wer zum offiziellen Schließzeitpunkt bereits in der Warteschlange steht, darf grundsätzlich noch seine Stimme abgeben.

US-Midterms: Wann schließen die Wahllokale nach deutscher Zeit?

Wann schließen die Wahllokale nach deutscher Zeit? Am Wahltag beträgt die Zeitverschiebung zwischen der amerikanischen Ostküste und Deutschland sechs Stunden. Alle nachfolgenden deutschen Uhrzeiten beziehen sich bereits auf Mittwoch, 4. November. Das ist der Zeitplan für die Wahlnacht:

  • 0 Uhr MEZ: Erste Wahllokale in den östlichen Teilen von Indiana und Kentucky schließen. Die Ergebnisse haben zunächst nur begrenzte Aussagekraft für die landesweite Entwicklung.
  • 1 Uhr MEZ: In Georgia, South Carolina, Virginia und großen Teilen Floridas endet die Stimmabgabe. Besonders Virginia und Florida können erste Hinweise auf die nationale Stimmung liefern.
  • 1.30 Uhr MEZ: North Carolina, Ohio und West Virginia folgen. In Ohio steht unter anderem ein wichtiger Senatssitz zur Wahl.
  • 2 Uhr MEZ: Eine große Gruppe von Staaten schließt die Wahllokale. Dazu gehören Pennsylvania, große Teile Michigans und Texas, Illinois, Maine, Maryland, New Jersey, Massachusetts, Missouri und weitere Staaten. Damit liegen zahlreiche umkämpfte Wahlkreise im Fokus.
US-Midterms im November: So läuft die Wahlnacht nach deutscher Zeit ab.
US-Midterms im November: So läuft die Wahlnacht nach deutscher Zeit ab.© AFP | Kent Nishimura
  • 2.30 Uhr MEZ: Arkansas schließt seine Wahllokale.
  • 3 Uhr MEZ: Es folgen unter anderem New York, Wisconsin, Iowa, Arizona, Colorado, Minnesota und New Mexico. Jetzt können weitere wichtige Rennen im Repräsentantenhaus und im Senat ausgewertet werden.
  • 4 Uhr MEZ: Nevada, Montana, Utah sowie Teile Idahos und weiterer Staaten schließen.
  • 5 Uhr MEZ: California, Washington und Oregon schließen ihre Wahllokale beziehungsweise die letzten westlichen Wahlbezirke. Damit sind auch die besonders langsam auszuzählenden Briefwahlstaaten im Westen vollständig im Rennen.
  • 6 Uhr MEZ: Hawaii und der größte Teil Alaskas folgen.
  • 7 Uhr MEZ: In den westlichen Aleuten Alaskas endet als letztem Teil des Landes die reguläre Stimmabgabe.

Erste Ergebnisse der Kongresswahlen: Wann wird die Wahlnacht spannend?

Erste Auszählungen können unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht werden. Eine frühe Führung bedeutet jedoch nicht, dass ein Kandidat gewonnen hat.

Für deutsche Zuschauer wird das Zeitfenster zwischen 2 und 5 Uhr morgens besonders aufschlussreich. Dann sind die meisten entscheidenden Staaten bereits in der Auszählung. Bei einem eindeutigen Ergebnis kann sich innerhalb dieser Stunden auch die Mehrheitsfrage im Repräsentantenhaus klären. Wird es knapp, kann die Entscheidung Tage dauern. Das liegt vor allem an Briefwahlstimmen, vorläufigen Stimmzetteln und unterschiedlichen Auszählungsverfahren.

In Florida werden viele Briefwahlstimmen bereits vor dem Wahltag bearbeitet. Unter anderem in Pennsylvania beginnt die Vorbereitung zur Auszählung dagegen erst am Wahltag. In Kalifornien kann die vollständige Auszählung besonders enger Rennen erheblich länger dauern. Auch eine Hochrechnung ist noch kein amtliches Wahlergebnis. Leitmedien wie die Nachrichten-Agentur „Associated Press“ erklären einen Sieger erst, wenn sie anhand der ausgezählten und noch ausstehenden Stimmen keinen realistischen Weg mehr für den Gegner erkennen.

Wann steht fest, wer die US-Wahl gewonnen hat?

Bei den Midterms 2018 war die demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus bereits in der Wahlnacht erkennbar. 2022 dauerte es acht Tage, bis der republikanische Mehrheitserfolg durch Medienprojektionen feststand.

Eine einheitliche bundesweite Frist für die amtliche Feststellung gibt es nicht. Jeder Bundesstaat bestätigt seine Ergebnisse nach eigenen gesetzlichen Regeln, teils erst Ende November oder im Dezember. Der neue Kongress beginnt seine Amtszeit verfassungsrechtlich am 3. Januar 2027. Da dieser Tag auf einen Sonntag fällt, kann der tatsächliche erste Sitzungstag abweichen.

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Für deutsche Interessierte gilt deshalb: Die Wahlnacht vom 3. auf den 4. November liefert die ersten Antworten. Wann die Mehrheiten endgültig feststehen, hängt von der Knappheit der entscheidenden Rennen ab.