Eigentlich sollte die Tabaksteuer erst 2027 steigen. Ein Fehler im Gesetz hat sie auf dem Papier schon jetzt in Kraft gesetzt. Was bedeutet das für Raucherinnen und Raucher? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was ist passiert?

Am 20. Oktober wurde das neue Tabaksteuergesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Am Ende steht: „Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.“ Damit gilt es seit dem 21. Oktober – mehr als zwei Monate zu früh. Das Finanzministerium räumt einen technischen Fehler ein.

Werden Zigaretten jetzt schlagartig teurer?

Voraussichtlich nicht. Der Fehler sollte die Verbraucher zunächst nicht beeinflussen. Das Ministerium bekräftigt, dass die Steuern erst ab Januar 2027 steigen sollen, und hat den Zoll informiert. Die Zigaretten, die sich bereits in den Geschäften befinden, können ohnehin erst mal verkauft werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Tabakhersteller können die Steuer momentan ohnehin nicht bezahlen, da die Steuerzeichen noch nicht vorhanden sind. Steuerzeichen sind die Banderolen auf den Packungen, sie belegen die bezahlte Steuer. Für die neuen Sätze gibt es noch keine. Streng nach Gesetz dürften die Hersteller deshalb nichts ausliefern. Die Branche fordert schnell Rechtssicherheit. Das Misterium hat die Berichtigung eingeleitet.

Was kostet Rauchen ab 2027?

Heute kostet eine 20er-Schachtel im Schnitt rund 8,05 Euro. Geplant steigt der Preis 2027 auf 8,77 Euro. Im Jahr 2030 soll der Preis dann bei 11,36 Euro liegen und dazwischen schrittweise steigen. Wer täglich eine Schachtel raucht, würde 2027 rund 260 Euro mehr zahlen als heute. 2030 wären es dann rund 1200 Euro mehr im Jahr. Markenzigaretten könnten dabei noch teurer werden – bis zu 14 Euro pro Schachtel. Den genauen Preis legen die Hersteller selbst fest.

Selbst drehen, um Kosten zu sparen, lohnt sich auch kaum. Die 30-Gramm-Packung Drehtabak gibt es heute ab etwa sechs Euro. 2027 dürfte sie im Schnitt rund acht Euro kosten, 2030 rund zwölf Euro. Und auch Liquids für E-Zigaretten sollen teurer werden. Ab 2027 fallen 38 Cent Steuer je Milliliter an, sechs Cent mehr als bisher. 2030 sind es 44 Cent. Ein Liquid für heute zwölf Euro könnte dann knapp 15 Euro kosten.

Warum wird die Tabaksteuer erhöht?

Die Erhöhung gehört zum Sparpaket der Koalition. 2030 soll sie dem Bund 4,5 Milliarden Euro zusätzlich bringen. Sie soll aber auch das Rauchen eindämmen. Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagt: „Tatsächlich wird das dazu führen, dass weniger geraucht wird.“ In Deutschland greifen Millionen Menschen zur Zigarette. Der Mikrozensus 2025 kam auf einen Raucheranteil von 19 Prozent der über 15-Jährigen. Fünf Prozent davon sehen sich als Gelegenheitsraucher.

Was sagen die Hersteller?

Die Tabakhersteller kritisieren das Gesetz. Laut Jan Mücke vom Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) habe das Finanzministerium der Branche im Juni viel zu wenig Zeit gelassen, um auf den Gesetzesentwurf zu reagieren und Stellung nehmen zu können. 

„Später haben das Finanzministerium und Gesundheitsministerium den Gesetzesentwurf in einer Art Hinterzimmerpolitik noch verschärft“, sagt der frühere FDP-Bundespolitiker Mücke. Er sieht Gesetzgebungsverfahren als rechtlich angreifbar, und es sei „einer parlamentarischen Demokratie unwürdig“.

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aino mit dpa