Deutschlands Raucherinnen und Raucher müssen sich auf deutlich höhere Preise für Zigaretten einstellen. Das liegt an einer Gesetzesnovelle, die steigende Tabaksteuern vorsieht. Hierüber stimmt der Finanzausschuss des Bundestags am Mittwoch (14. Oktober) ab, die Zustimmung gilt als sehr wahrscheinlich. Am Donnerstag soll dann der Bundestag grünes Licht geben. Der Bundesrat könnte am Freitag Einspruch einlegen, das aber gilt als so gut wie ausgeschlossen. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Bundesregierung begründet das Vorhaben mit knappen Kassen – das sei ein notwendiger Schritt zur Konsolidierung des Haushalts. Außerdem diene es dem Schutz der öffentlichen Gesundheit. Im vergangenen Jahr nahm der Fiskus 17,6 Milliarden Euro an Tabaksteuern ein. 2027 werde die Steueranhebung 1,5 Milliarden Euro mehr in die Kassen spülen als ohne die Anhebung, heißt es vom Bundesfinanzministerium. Die Steuermehreinnahmen werden der Prognose zufolge Jahr für Jahr steigen, 2030 sollen sie bei 4,5 Milliarden Euro liegen. 

Aschenbecher mit Zigarettenstummeln
Eine 20er-Packung Markenzigaretten soll ab 2030 bis zu 14 Euro kosten.© Bernd Weißbrod/dpa | Bernd Weißbrod

Die Bundesregierung hatte bereits im Juli einen Gesetzentwurf beschlossen, der ab 2027 jährliche Erhöhungen der Tabaksteuer vorsieht. Union und SPD schärften in einem Änderungsantrag nach – die Vorlage sieht eine stärkere Erhöhung der Tabaksteuer vor als von der Regierung geplant.

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Tabaksteuer: So teuer wird es bald für Raucher

Welche Tabakprodukte werden teurer – und ab wann? Ab 2027 werden die Steuern und damit auch die Preise dem Vorhaben zufolge schrittweise nach oben gehen, 2030 könnte eine Packung Zigaretten rund vier Euro mehr kosten als derzeit. Die Schritte im Überblick:

  • durchschnittlicher Preis (20er-Packung) aktuell: 8,05 Euro
  • ab 2027: 9,10 Euro
  • ab 2028: 9,91 Euro
  • ab 2029: 10,81 Euro
  • ab 2030: 11,78 Euro

Markenzigaretten könnten sogar bis zu 14 Euro kosten, derzeit liegt ihr Preis unter 10 Euro. 

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Deutlich teurer wird es auch für Nutzer von Feinschnitt, also selbstgedrehten Zigaretten. Viele Raucher steigen bei Preiserhöhungen auf Feinschnitt um, der Preisabstand zu Zigarettenpackungen soll nun aber ebenfalls geringer werden. Die geplanten Preissprünge für Feinschnitt im Überblick:

  • 30-Gramm-Packung aktuell: 6-8 Euro
  • ab 2027: 8 Euro
  • ab 2030: 12 Euro

Teurer werden auch Zigarren, Zigarillos und Wasserpfeifen-Tabak – bei diesen Produkten geht es aber nicht so steil nach oben wie in dem Gesetzgebungsverfahren zwischenzeitlich erwogen wurde. 

Neben Zigaretten wird auch Tabak-Feinschnitt teurer.
Neben Zigaretten wird auch Tabak-Feinschnitt teurer.© dpa-tmn | Andrea Warnecke

Höhere Tabaksteuer: Hören Menschen mit dem Rauchen auf? Oder weichen sie auf den Schwarzmarkt aus?

Krebsforscher sind für die Steueranhebung – sie hoffen auf eine abschreckende Wirkung hoher Preise und einen Ausstieg von Rauchern aus ihrem Zigarettenkonsum. „Eine Tabaksteuererhöhung ist die wirksamste einzelne Maßnahme, um Menschen zum Nichtrauchen zu motivieren“, sagt Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Die Steueranhebung bedeute nicht zwangsläufig, dass illegaler Handel steige. Die Lieferketten sollten kontrolliert und der Zoll gestärkt werden, sagt Schaller. „Wenn man das mehr unterstützt, sollte das beherrschbar sein mit dem Schwarzmarkt.“

Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) sieht diese Einschätzung skeptisch. Viele Verbraucher werden in den Schwarzmarkt abwandern und sich illegale Zigaretten in Hinterhöfen besorgen oder im EU-Ausland einkaufen, sagt Jan Mücke und verweist auf eine Studie des Beratungsunternehmens DIW Econ, das ähnliche Steueranhebungen in anderen EU-Staaten analysiert und geschlussfolgert hatte, dass auch in Deutschland Schwarzmarkt-Effekte drohen. 

Das Bundesfinanzministerium wiederum argumentiert, dass es zum Ausweichen auf den illegalen Markt keine unabhängigen empirischen Daten gebe. Zudem betont die Behörde, dass der Zoll derartigen illegalen Aktivitäten mit Kontrollen entgegentrete. 

Rauchen ein Massenphänomen: 19 Prozent der Ab-15-Jährigen greifen zur Zigarette

Rauchen ist krebserregend. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum starben im Jahr 2023 rund 131.000 Menschen in Deutschland an den Folgen tabakbedingter Erkrankungen. In Deutschland greifen Millionen Menschen zur Kippe. Der Mikrozensus 2025 kam auf einen Raucheranteil von 19 Prozent der Ab-15-Jährigen: 14 Prozent rauchen eigenen Angaben zufolge regelmäßig und fünf Prozent gelegentlich.

bee/lro/dpa/AFP