Nach dem Rücktritt der SPD-Chefin und Bundearbeitsministerin Bärbel Bas soll der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer ihre Nachfolge als Arbeitsministerin antreten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der 53-jährige Schweitzer ist stellvertretender SPD-Chef und war von Juli 2024 bis Mai 2026 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Die Landtagswahl im Frühjahr hatte er gegen die CDU und ihren Spitzenkandidaten Gordan Schnieder mit einem klaren Ergebnis verloren. Die SPD büßte knapp zehn Prozentpunkte der Stimmen ein und kam auf nur noch 25,9 Prozent. Die CDU verzeichnete 31,0 Prozent, ein Plus von 3,3 Prozentpunkten.

+++ Die aktuellen Entwicklungen und Reaktionen zum Rücktritt von Bärbel Bas finden Sie in unserem Newsblog +++

Schweitzer hatte Wahl in Rheinland-Pfalz klar verloren – SPD-Herrschaft gebrochen

Damit war die Langzeitherrschaft der Sozialdemokraten in Rheinland-Pfalz gebrochen. Die SPD hatte das Bundesland seit 1991 regiert: erst mit Rudolf Scharping (1991 bis 1994), dann mit Kurt Beck (1994 bis 2013) und danach mit Malu Dreyer (2014 bis 2024).

Schweitzer wurde in Landau geboren und ist Jurist. Er studierte in Mainz an der Johannes-Gutenberg-Universität Rechtswissenschaft. Zuvor hatte er in Bad Bergzabern im Süden des Bundeslandes Abitur gemacht. Als Kind wuchs er bis zu einem Alter von sechs Jahren auf den Flüssen in der Region bis nach Rotterdam auf, denn sein Vater war in der Zeit Binnenschiffer.

Schweitzer war der erste in seiner Familie, der Abitur machte und danach studierte. Das Thema Chancengleichheit gilt ihm als Lebensaufgabe.

Der 2,06-große Mann ist römisch-katholisch und lebt mit seiner Ehefrau Barbara immer noch in Bad Bergzabern. Sie hatten sich schon während ihrer Schulzeit kennengelernt. Barbara Schweitzer ist Lehrerin. Gemeinsam haben sie zwei Kinder, Alexander Schweitzer brachte ein weiteres Kind aus einer vorherigen Beziehung mit in die Ehe ein. Schweitzer ernährt sich seit 2016 vegan.

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer begrüßte die geplante Berufung von Schweitzer zum Arbeitsminister. „Alexander Schweitzer hat als Ministerpräsident und langjähriger Minister immer besonders für die Themen Arbeit und Soziales gestanden“, sagte Türmer dieser Redaktion. „Nie von oben herab, immer auf Augenhöhe und stets mit ganz klarer sozialdemokratischer Orientierung.“ Er sei überzeugt, dass diese Richtschnur ihn auch im Arbeits- und Sozialministerium begleiten werde. „In allen Reformdebatten wird diese klare Haltung notwendig sein.“

Schweitzer wird neuer Arbeitsminister – wer übernimmt den SPD-Vorsitz?

Noch war nicht klar, ob die beiden Ämter im Bundeskabinett und in der Partei wieder in einer Person vereint werden. Sollten die beiden Posten personell getrennt werden, wären die beiden Ministerpräsidentinnen Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Anke Rehlinger (Saarland) Kandidatinnen für den SPD-Vorsitz.

Schwesig war schon mehrmals zuvor als mögliche SPD-Chefin in Gespräch gebracht worden. Sie sagte jedoch immer wieder ab. Rehlinger gilt als weitere starke Persönlichkeit der Sozialdemokraten. Dass der Posten erneut wieder an eine Frau geht, gilt als wahrscheinlich.

Ob es dazu wieder eine Doppelspitze in der Parteiführung geben wird, ist nicht klar. Zuletzt gab es immer wieder Diskussionen in der Partei darüber, ob eine Person im Vorsitz vielleicht eine stärkere Position innerhalb einer möglichen Regierungskoalition entwickeln könnte.