Ein russischer Oligarch mit Verbindungen zu Wladimir Putin soll Hunderttausende Dollar für Veranstaltungen rund um die Hochzeit von Donald Trump Jr. und Bettina Trump Anfang dieses Jahres beigesteuert haben. Das berichtet das US-Portal „ProPublica“. In einem Instagram-Post bestätigten Trump Jr. und seine Frau Anderson die Angaben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Feier fand im Mai auf einer Privatinsel auf den Bahamas statt. Wie „ProPublica“ berichtet, habe Kremlev unter anderem für ein Feuerwerk bezahlt. Die eigentliche Hochzeit von Trump Jr. und Bettina Trump habe dagegen an einem anderen Ort und an einem anderen Tag stattgefunden.

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Das Paar bestätigte Kremlevs finanzielle Beteiligung am Montag in einem gemeinsamen Beitrag auf Bettina Trumps Instagram-Account. „Unser lieber Freund Umar hat uns nach unserer Hochzeit großzügigerweise zwei unglaubliche Feierabende ausgerichtet. Es war ein außergewöhnlich großzügiges Hochzeitsgeschenk von einem Freund, für das wir unglaublich dankbar waren und sind“, heißt es darin.

Trump Jr.s Frau weist Kritik an russischem Geld zurück

Bettina Trump erklärte zugleich, das Wochenende auf den Bahamas sei bereits lange vor der Hochzeit geplant gewesen. Ursprünglich habe es sich um ein gemeinsames Wochenende mit Freunden gehandelt. Nachdem sich die Hochzeitspläne geändert hätten, habe das Paar die Hochzeit vorgezogen und sei anschließend als Frischvermählte zu dem bereits geplanten Treffen gereist.

Kritik an Kremlevs Rolle wies sie zurück. „Es ist bedauerlich, dass etwas so Persönliches und Schönes politisch oder gar finster dargestellt werden kann, nur aufgrund der Person oder ihrer Herkunft“, schrieb sie. „Freundschaft braucht keine politischen Motive. Großzügigkeit ist nicht automatisch mit Hintergedanken verbunden. Und manchmal ist ein Hochzeitsgeschenk einfach nur ein Hochzeitsgeschenk.“

Kremlev steht seit 2020 an der Spitze des Internationalen Boxverbands IBA. Der Verband teilte mit, dass der russische Präsident Wladimir Putin Kremlev Ende April mit dem Freundschaftsorden ausgezeichnet habe. Als Begründung nannte die IBA dessen „Beitrag zum internationalen Sport und sein Engagement für die globale Boxfamilie“.

Trump Jr. und Kremlev seien bereits zuvor gemeinsam öffentlich aufgetreten. Bei einer Veranstaltung der IBA in der Türkei im vergangenen September bezeichnete Trump Jr. Kremlev als Freund. „Ich bin stolz darauf, Umar nicht nur einen Anführer, sondern auch einen Freund nennen zu dürfen“, sagte er damals laut „NBC News“.

Donald Trump: „Nichts Besonderes!“

US-Präsident Donald Trump, der weder bei der Hochzeit noch bei der Feier auf den Bahamas dabei war, erklärte gegenüber „NBC News“, er habe keine Kenntnis von Kremlev. „Ich habe keine Ahnung, wer Umar ist, habe noch nie von ihm gehört, und er hat nicht für Dons und Bettinas Hochzeit bezahlt, die an einem ganz anderen Ort und an einem anderen Tag stattfand. Es war eine Afterparty zu ihren Ehren. Nichts Besonderes! Ich war nicht auf der Party!“, sagte Trump dem Sender.

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Für Aufmerksamkeit sorgt Kremlevs Beteiligung auch wegen seiner Verbindungen nach Russland. Kurz vor der Hochzeit von Trump Jr. soll er nach Angaben chinesischer Staatsmedien den russischen Präsidenten Putin bei dessen Reise nach Peking als Teil einer russischen Delegation begleitet haben.

Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia, ranghöchster Demokrat im Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses, fordert deshalb Aufklärung. Kremlev habe „Hunderttausende von Dollar für den Sohn des Präsidenten ausgegeben. Was hat er im Gegenzug erhalten? Wir brauchen Antworten“, schrieb Garcia auf X.

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Trump Jr. bereits 2016 wegen Russland-Kontakten im Fokus

Trump Jr. war bereits im US-Wahlkampf 2016 wegen Kontakten zu Personen aus dem Umfeld der russischen Regierung in den Fokus geraten. Damals nahm er an einem Treffen im Trump Tower mit einer kremlnahen Anwältin und weiteren russischen Beteiligten teil. Zuvor war ihm in Aussicht gestellt worden, dass im Zusammenhang mit der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton belastendes Material zur Verfügung stehen könnte.