Die Nachricht könnte für Donald Trump zu keinem besseren Zeitpunkt kommen: Audi hat auf einer Wahlkampfveranstaltung des Republikaners angekündigt, in den USA ein neues Werk eröffnen zu wollen. Trump und Audi-Chef Döllner stellten den Plan für das neue SUV-Werk gemeinsam vor – im umkämpften Swing-State Georgia. Der Bau des Werks soll schon im November beginnen, sagte Trump. Künftig sollen dort jährlich rund 200.000 Autos produziert werden. Trump rief nach der Ankündigung Döllner auf die Bühne, der Trump wiederum für dessen Unterstützung dankte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bis zu den wichtigen Midterms, wie die US-Zwischenwahlen auch genannt werden, sind es weniger als zehn Tage: Am 3. November stimmen die Amerikanerinnen und Amerikaner über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat ab. Trumps Republikanische Partei will ihre hauchdünnen Mehrheiten in den beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen. In Georgia wird neben den Abgeordneten des Repräsentantenhauses auch ein Senatssitz gewählt. Der demokratische Shootingstar und amtierende Senator John Ossoff liegt in den Umfragen vor seinem republikanischen Herausforderer Mike Collins.
Audi will 4500 Jobs in den USA schaffen
Trump fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 von ausländischen Unternehmen, ihre Produktion in die USA zu verlagern – und droht mit hohen Zöllen. Der US-Präsident will so die heimische Wirtschaft ankurbeln.

In einer Audi-Mitteilung hieß es, dass der Baubeginn des Werks für 2027 vorgesehen sei. Erstmals plane die Marke ein eigenes Werk in den USA. Rund 4500 Jobs sollen geschaffen und rund vier Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) investiert werden. Die Produktion soll Anfang der 2030er-Jahre starten. In dem Werk sollen Premium-SUVs gebaut werden, die gezielt auf die Anforderungen von nordamerikanischen Kundinnen und Kunden ausgerichtet werden.
IG Metall mahnt: Entscheidung wird erst noch getroffen
Die IG Metall äußerte sich zu den Plänen grundsätzlich positiv, verband dies aber auch mit einer Mahnung: „Den US-Markt durch ein neues Werk besser zu erschließen, ist richtig und notwendig“, sagte die Erste Vorsitzende Christiane Benner in einer Mitteilung. „Jedoch müssen verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen Standorten, klar definiert und festgehalten werden.“ Dabei sei der Vorstand in der Bringschuld.
Benner verwies zudem darauf, dass die abschließende Entscheidung über einen möglichen Fabrikneubau in den USA unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung stehe. „Das finale Votum wird mit ganzheitlichem Blick richtiger- und wichtigerweise im Aufsichtsrat der Volkswagen AG getroffen.“ Dort ist Benner stellvertretende Vorsitzende.
Vom Erfolg in Nordamerika profitiere der gesamte Volkswagen-Konzern, unterstrich derweil VW-Chef Oliver Blume in einer Mitteilung. „Wir sehen die Region als wichtigen Markt, um profitabel zu wachsen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns. „Ein mögliches Werk für Audi in den USA würde dafür weitere Voraussetzungen schaffen: lokalisierte Produkte aus den USA für die USA.“
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lro/dpa










