Eigentlich heißt er Matthäus Westfal, doch im Netz nennt sich der rechte Streamer „Aktivist Mann“ und hat vor allem den Wahlkampf des AfD-Politikers Ulrich Siegmund begleitet. Schon länger pöbelt er gegen Journalistinnen und Journalisten auf AfD‑Veranstaltungen. Jetzt reicht es anscheinend selbst der Partei. Der Bundesvorstand hat nun Auflagen gegen den Streamer beschlossen.
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Rechter Streamer bedrängt Journalistin und erntet scharfe Kritik
Auslöser war ein Vorfall, der in den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit erhielt. Am Wahlabend der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatte Westfal die „Spiegel“-Journalistin Ann-Katrin Müller bedrängt. Immer wieder stellte er ihr Fragen wie „Sind Sie Deutsche?“ oder „War die Propaganda von links-extremer Seite doch zu schwach?“. Dabei nannte er auch immer wieder ihren Namen. Westfals Video ging viral und löste breite Empörung aus. Selbst aus der AfD und parteinahen Kreisen gab es Kritik.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Sachsen-Anhalts AfD-Chef Ulrich Siegmund hatte die Arbeit der Streamer immer wieder gelobt. Nach der Wahl erklärte er in Berlin, dass das stundenlange Übertragen von AfD-Veranstaltungen ein „großer Vorteil im Wahlkampf“ gewesen sei.
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— 🚦🇽🇰Tanja_161🖤❤️ 🇽🇰 (@Baghi161) 8. September 2026
AfD-Antrag: „Belästigende Fragen und pöbelhaftes Verhalten“
Jetzt hat der Bundesvorstand der AfD eine rote Linie gezogen. Westfal muss nun vorab versichern, „andere Streamer und Journalisten nicht zu belästigen“. Sollte er sich nicht an die Auflagen halten, kann ihm die Akkreditierung „unverzüglich entzogen“ werden – sei es übers Hausrecht oder auch die Polizei.
Begründet wurde diese Entscheidung des Vorstands mit Westfals Geschäftsmodell, welches daraus bestehe, AfD‑kritische Journalisten „zur Schau zu stellen“. Dies würde er hauptsächlich durch „belästigende Fragen und pöbelhaftes Verhalten“ tun. Des Weiteren heißt es, sein Verhalten schade der Partei.
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AfD-naher Streamer „Aktivist Mann“: „Ernsthafte Konsequenzen sähen anders aus“
Die Spiegel-Journalistin Ann-Katrin Müller kommentierte den Beschluss in der „taz“: „Es ist schon bemerkenswert, wie viele Chancen die AfD denjenigen gibt, die ihre Ideologie und Propaganda verbreiten. Ernsthafte Konsequenzen sähen anders aus.“ Außerdem sei es für sie ironisch, wie die AfD sich nun zum Bewahrer der Pressefreiheit aufschwinge, da Spitzenfunktionäre der Partei bereits seit Jahren kritische Berichterstatter als Feinde markieren würden, sagte sie der „taz“.
Auf der Plattform X hatte Westfal bereits seinen Unmut über den Beschluss geäußert, dass er zusichern solle, auf den Veranstaltungen die „Lügenpresse“ nicht anzupöbeln. Er beschimpfte zusätzlich die „ganzen Lügenmedien“. Auch aus dem Umfeld der AfD kommt Kritik an dem Beschluss der Partei. Ob die Arbeitsbedingungen für AfD-Berichterstatter sich verbessern werden, bleibt abzuwarten.










