Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt versteigert der dortige Partei-Vize Hans-Thomas Tillschneider seine im Wahlkampf zum Thema gewordene „Russland-Tasse“ „Die gefährlichste Tasse Deutschlands wird versteigert!“, schreibt Tillschneider auf X über die Tasse mit einem Motiv der Russischen Armee, die er nach eigenen Angaben als Souvenir von einer Russlandreise mitbrachte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In seinem jetzigen Post, den Tillschneider am Sonntagabend absetzte, posiert der AfD-Politiker mit der Tasse und dem AfD‑Bundesabgeordneten Maximilian Krah. Ein Link führt auf eine eBay-Auktionsseite, auf der kurz nach Mitternacht bereits 22 Gebote abgegeben wurden. Das höchste Gebot liegt zu diesem Zeitpunkt bei 131 Euro. Wem der Erlös aus der Auktion zukommen wird, geht aus dem X-Post nicht hervor.
Der Journalist Paul Ronzheimer hatte die schwarze Tasse mit rotem Stern und der Aufschrift „Armee Russlands“ in kyrillischen Buchstaben bei einem Besuch in Tillschneiders Wahlkreisbüro in Querfurt entdeckt. Tillschneider wurde daraufhin von Vertretern anderer Parteien für seine Nähe zu Putins Russland und Sympathien für den Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert.
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Tillschneider sieht kein Problem darin, dass in seinem Wahlkreisbüro eine Tasse der Russischen Armee steht. „Es handelt sich um ein Mitbringsel von einer Russlandreise aus 2023 oder 2024, über das schon mehrfach berichtet wurde“, verteidigte er sie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Insofern verstehen wir die Skandalisierung nicht.“
Ronzheimer fragte Tillschneider in seinem Beitrag: „Warum haben Sie eine russische Armeetasse hier stehen?“ Tillschneider antwortete: „Die hat mir jemand geschenkt. Ich wollt‘ sie jetzt nicht wegtun.“
Die gefährlichste Tasse Deutschlands wird versteigert! https://t.co/C4thYQ60sz pic.twitter.com/3nBhJ8hdGx
— H.-Th. Tillschneider (@P_Plattform) September 6, 2026
Ronzheimer wies darauf hin, dass es sich um die Armee handele, die die Ukraine angreift, die in Deutschland einen hybriden Krieg führe. „Ich verbinde damit nichts Besonderes. Es ist eine Tasse, die mir hier geschenkt wurde, die hier rumsteht“, entgegnete Tillschneider, und weiter: „Es ist nicht unser Krieg.“ Auf eine weitere Nachfrage zu seinem Verhältnis zur russischen Armee sagte der AfD-Politiker: „Jetzt hören Sie mit dieser blöden Tasse auf, ja. Es sind sozusagen weder Feinde noch Freunde. Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen.“ Tillschneider habe hinterher versucht, die Veröffentlichung des Videos zu verhindern, so Ronzheimer.
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Tillschneider fällt immer wieder durch seine Gegenwehr vor kritischen Nachfragen auf: Eine Podcastaufnahme mit Melanie Amann, Chefredakteurin Digital der Funke Zentralredaktion, brach der AfD-Politiker ab. „Ich habe gedacht, es geht hier um mein Buch. Ich habe gedacht, es geht um meine Person. Sie fragen mich zu Björn Höcke, zu sonst wem“, sagte Tillschneider am Ende der Folge im Funke-Medien-Podcast „Amann unframed“. „Und deswegen will ich das hier jetzt beenden. So muss ich mich nicht behandeln lassen.“

Tillschneider ist einer der führenden Köpfe, wenn es um die Inhalte der AfD geht. Der 48-Jährige hat federführend das Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt vorbereitet, in dem viele radikale Positionen enthalten sind. Tillschneider ist von Beruf Islamwissenschaftler, zu seinen politischen Schwerpunkten zählen Bildung und Kultur. Möglicherweise könnte er diese Ressorts in einer Landesregierung übernehmen.
Tillschneider ist auch stellvertretender Landesvorsitzender und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag. Sein Verhältnis zu Russland hat in der Vergangenheit immer wieder eine Rolle gespielt. Im September 2022 war er einer von drei AfD-Politikern, die nach Russland reisten und auch einen Besuch in der besetzten Ostukraine geplant hatten. Die AfD-Spitze distanzierte sich damals, die Politiker brachen ihre Reise ab.
mit dpa









