Es war ein ungewöhnlicher Moment bei einer Nasa-Pressekonferenz: Rund eine halbe Stunde nach Beginn der Veranstaltung stand Nasa-Administrator Jared Isaacman plötzlich auf und verließ das Podium. Kurz darauf kehrte er mit seinem Mobiltelefon zurück und erklärte den anwesenden Journalisten, warum.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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US-Präsident Donald Trump wolle sich an die Beteiligten wenden und zum erfolgreichen Start des „Nancy Grace Roman Space Telescope“ gratulieren. Wenig später ist in einem Video der Pressekonferenz zu sehen, dass Trump tatsächlich über Isaacmans Telefon zugeschaltet war und direkt zu den anwesenden Nasa-Vertretern und Journalisten sprach.

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„Ich möchte mich bei allen bedanken und Ihnen gratulieren. Mann, das sah im Fernsehen fantastisch aus“, sagte Trump nach dem Start des Weltraumteleskops. Anschließend lobte er Nasa-Chef Isaacman und die Mitarbeiter der Raumfahrtbehörde: „Jared leistet fantastische Arbeit, Sie leisten fantastische Arbeit, und ich stelle Ihnen all das Geld zur Verfügung.“ Der Anruf wurde von den Nasa-Vertretern und den anwesenden Journalisten mit Gelächter quittiert.

Dass sich ein US-Präsident spontan in eine Nasa-Pressekonferenz einschaltet, ist allerdings alles andere als üblich. Zwar haben Präsidenten in der Vergangenheit immer wieder Kontakt zu Astronauten aufgenommen oder Raumfahrtmissionen öffentlich gewürdigt. Eine laufende Pressekonferenz nach einem Start für einen solchen Auftritt zu unterbrechen, gehört jedoch nicht zum normalen Ablauf.

Trump entdeckt die Nasa für sich

Der ungewöhnliche Auftritt passt zu einem auffälligen neuen Interesse Trumps an der US-Raumfahrt. Erst wenige Tage zuvor hatte der Präsident mehrere Stunden im Johnson Space Center in Houston verbracht. Dort zeichnete er die Besatzung der Artemis-II-Mission mit der Congressional Space Medal of Honor aus und kündigte außerdem Pläne für eine neue Weltraumakademie an, wie unter anderem der US-Sender ABC News und die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Auch Isaacman erhält dabei ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit vom Präsidenten. Der Unternehmer und private Astronaut steht an der Spitze der Nasa und soll die Behörde stärker auf die Raumfahrt des 21. Jahrhunderts ausrichten. Das Verhältnis der beiden war allerdings nicht immer so eng. Inzwischen stellt sich Trump aber demonstrativ hinter den Nasa-Chef.

Nasa-Chef Isaacman nutzt Trumps neues Raumfahrt-Interesse

Für Isaacman könnte das neue Interesse des Präsidenten eine wichtige Chance sein. Die Nasa steht vor der Frage, wie sie ihre ambitionierten Raumfahrt- und Forschungsprogramme langfristig finanzieren kann.

Denn während Trump nun den erfolgreichen Start des Roman-Teleskops öffentlich feiert, war die Zukunft des Projekts laut US-Senatsangaben zwischenzeitlich selbst unsicher. In einem früheren Haushaltsentwurf der Trump-Regierung waren massive Kürzungen bei den wissenschaftlichen Programmen der Nasa vorgesehen. Die Wissenschaftsausgaben sollten demnach deutlich reduziert werden, auch das Roman-Teleskop war von einer Streichung bedroht.

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Dass Trump sich nun öffentlich mit dem Erfolg der Mission schmückt, ist deshalb bemerkenswert. Gleichzeitig sind die Haushaltspläne für die Nasa komplex und werden maßgeblich durch den Kongress beeinflusst. Viele der von der Regierung vorgeschlagenen Kürzungen wurden dort abgelehnt oder abgeschwächt.

Isaacman versucht offenbar, das derzeitige Interesse des Präsidenten zu nutzen. Nach Informationen von Ars Technica verbrachte er in den vergangenen Tagen viel Zeit mit Trump und warb dabei unter anderem für künftige Wissenschaftsmissionen und das Artemis-Programm.