Elf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten von CDU und AfD im MDR-Fernsehen ein 30-minütiges Rededuell geliefert. Die AfD liegt in den Umfragen mit 42 Prozent weit vor der regierenden CDU mit 22 Prozent. Dennoch zeigte sich der CDU-Ministerpräsident Sven Schulze in der Sendung relativ gelassen. Die Emotionen lagen eher beim AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, der sich heftig gegen „Fake News“ wehrte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Den Auftakt machte Schulze mit einer Kritik an der AfD, dass sie keine Lösung für die wichtigste Frage des Landes habe: die Sicherung von Arbeitsplätzen. Denn sie beschwöre nur die „gute alte Zeit“. Im Übrigen pflege die AfD ein veraltetes Frauenbild, nach dem Frauen an den Herd gehörten. „So ein Schwachsinn!“, erregte sich da der AfD-Spitzenmann. Die CDU sei seit 24 Jahren an der Regierung und habe es nicht vermocht, die familienpolitischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Es gebe weder kostenlose Kitas noch ein kostenloses Schulessen.

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Ist Sachsen-Anhalt schon verloren, Max Schneller?
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Schulze: Siegmund ist „Marionette von Alice Weidel“

Der Ton werde rauer, stellten die Moderatoren fest und fragten nach dem Vorwurf von Alice Weidel, da seien „Flachzangen“ in Berlin an der Regierung. Siegmund wollte das politisch bejahen, persönlich aber gegenüber Schulze so nicht wiederholen: „Ich würde mit Ihnen einen Kaffee trinken.“ Die Bundesregierung aber versuche, die Welt zu retten, und vergesse dabei „unser eigenes Land“.

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Auffällig war, dass Schulze auf die Frage, ob er Siegmund als „rechtsextrem“ einschätze, patzte. Das wisse er nicht, sagte er. „Aber die Menschen, mit denen er sich umgibt, sind sehr gefährlich.“ Siegmund sei eine „Marionette von Alice Weidel“. Auch warnte er davor, dass Deutschland mit der AfD-Chefin „von der Schweiz aus regiert“ werde.

Siegmund gab heftig zurück: Das sei doch eine „hilflose Floskel“. Und ergänzte seine bundespolitische Sicht: „Sie schämen sich doch selbst für Ihren Kanzler.“ Tatsache ist, dass sich Schulze kritisch zum Aus für die „Rente mit 63“ geäußert hatte und dies in der Sendung erneut bekräftigte.

Im Galopp ging es weiter. Der AfD-Kandidat bemängelte die hohen Spritpreise. Aber dass die AfD dem US-Präsidenten Trump hinterherlaufe, wie Schulze bemerkte, und daher an den Spritpreisen schuld sei, stellte er in Abrede. Die Schuld gab er dem Ukraine-Krieg: „Menschen sterben, weil wir keine Diplomatie haben.“

Schulze warf dem AfD-Mann dann vor, dass die AfD im Landtag Praxisgutscheine für Schüler in Betrieben abgelehnt habe, und als der da nicht antwortete, bemängelte er: „Sie haben als Fraktionschef nicht den Überblick.“

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Gleichstand zwischen Siegmund und Schulze

Gefragt, warum die AfD so einen gigantischen Zulauf in Sachsen-Anhalt habe, fiel dem Christdemokraten nur eine Antwort ein: „Sie schafft das Gefühl, alles ist möglich.“ Sich selbst stellte Schulze ein gutes Zeugnis aus: „Ich labere nicht nur, ich liefere auch.“

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Aus Sicht des Politikwissenschaftlers Benjamin Höhne gab es keinen eindeutigen Gewinner des Duells. Schulze habe versucht, staatsmännisch aufzutreten, Siegmund sei bei Nachfragen selten konkret geworden.