Das war ein „blauer Abend“ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Im ZDF-„Sommerinterview“ ist am Sonntag AfD-Parteichefin Alice Weidel von Wulf Schmiese in Wien interviewt worden, in der ARD stellte sich ihr Co-Vorsitzender Tino Chrupalla den Fragen von Markus Preiß.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Wer von den Bundessprechern die mächtigere Position in der AfD hat, steht nach dem guten Wahlergebnis von Weidel beim jüngsten Parteitag außer Frage. Der Anfang des Interviews war noch harmonisch. Die AfD sei auf der Siegerstraße, so Weidel, sie werde in Sachsen-Anhalt und später auch im Bund regieren. „Die CDU wird nie wieder eine Bundestagswahl gewinnen.“

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Klimawandel habe es immer gegeben, sagt Weidel

Schmiese fragte, was an Österreich besser als an Deutschland sei. Dass die FPÖ in fünf Landesregierungen vertreten sei und in der Steiermark bei 43 Prozent sei, das könne man vom Nachbarland lernen. Aber Wien wolle 2040 beispielsweise auch klimaneutral sein, fuhr der Moderator fort. Wo denn das Konzept der AfD für den Hitzeschutz sei. „Klimawandel hat es immer gegeben, es gab Wärme- und Kälteperioden“, meinte Weidel. Mit der deutschen Klimapolitik werde die heimische Industrie geschliffen, das werde die AfD stoppen.

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Spätestens bei der Frage, mit welcher Idee die AfD denn weiterhin Autos in das auf E-Mobilität setzende China exportieren wolle, eskalierte das Gespräch. Wie das klappen solle, wenn die AfD so auf den Verbrennungsmotor setze, fragte Schmiese. „Die DNA der CDU ist die Lüge“, meinte Weidel zur auch von der Union getragenen Klimapolitik. Man müsse die Technologie der Industrie und die Nachfrage nach Autos dem Markt überlassen. Es sei unsinnig, dass Deutschland auch noch aus China importierte E-Autos subventioniere.

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Sie sei mimosenhaft, sagt der ZDF-Redakteur

Schmiese stellte dann Grundsatzfragen, wie und ob die AfD und sie als Volkswirtin „allen Ernstes“ aus dem Euro aussteigen wollten. Der sei eine instabile „Weichwährung“, meinte Weidel. Sie habe den Deutschen hohe Vermögensverluste gebracht. Heftig wurde es auch beim Thema Migration. Es ging um die Rückführung von Migranten und ob die AfD da Gespräche über Rücknahmeabkommen mit Syrien oder Afghanistan führe. Weidel beantwortete die Frage nicht, sondern nutzte sie zur Breitseite gegen Migration. Mit der Bundesregierung könne „jeder rein“. „Frauen gehen aus Angst nicht mehr auf die Straßen, überall Messerattacken.“ Nach den Vorfällen von Ceuta werde eine AfD-Regierung aus dem Schengenabkommen aussteigen.

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Dass die AfD auch unter europäischen Rechtspopulisten inzwischen isoliert sei, wollte Weidel nicht gelten lassen. „Wir werden regieren, die Leute haben die Nase voll von dieser Regierung.“ Das seien „Flachzangen“, die da oben säßen. Wenn sie mal Kanzlerin sei, müsse sie ihren Ton mäßigen, mahnte Schmiese. Sie selbst reagiere ja auf innerparteiliche Kritik – er zitierte einen NRW-Politiker mit dem Begriff „Alice Merkel“ – auch „beleidigt und mimosenhaft“. Nein, sie sei froh und fröhlich, meinte Weidel. Die Herren Merz und Klingbeil könnten es nicht. Und an der Brandmauer werde die CDU noch kaputtgehen.

Die Zitate stammen aus der Sendung „Berlin direkt – Sommerinterview“, die am Sonntag um 19.10 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird.