Dass Schmuck mehr als nur ein Accessoire, ja geradezu ein Statement sein kann, ist nicht neu. Auch der Wahlkampf ist da keine Ausnahme: Vor der Bundestagswahl 2013 trug die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel während eines TV-Duells eine Kette in Deutschlandfarben – und sorgte für Schlagzeilen. Und in Berlin nutzt aktuell Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp ihre Kette als Botschaft. Das Schmuckstück, das sie auf Wahlplakaten trägt, ist mit dem Schriftzug „Mietendeckel“ versehen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Ebenfalls ein Schriftzug ist es, der derzeit in Niedersachsen für Schlagzeilen sorgt. Wie Eralp trägt auch CDU-Politikerin Corinna Jodeit ihre Kette auf einigen Wahlplakaten. Zu lesen ist auf ihr allerdings „Milf“. Die englische Abkürzung steht laut Duden für „mom I‘d like to fuck“ und beschreibt eine „sexuell attraktive reifere, erfahrene Frau“.

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CDU-Frau versteht Aufregung um „Milf“-Kette nicht

Die 38-jährige Jodeit bewirbt sich um einen Platz im Stadtrat von Wildeshausen, südwestlich von Bremen. Gewählt wird dort am 13. September. Die Aufregung um ihre Kette kann die CDU-Frau nicht verstehen. „Es ist doch nur ein Schmuckstück und hat mit Kompetenz nichts zu tun“, sagte sie dem „Medienhaus Kreiszeitung“. Zwar sei die Kette „natürlich provokant“. Für sie drücke das zehn Jahre alte Accessoire aber vor allem Selbstständigkeit und Stärke aus. „Ich bin gerne eine Mutti. Aber nicht nur das.“ Die Kette für das Wahlplakat abzulegen, habe sie für nicht authentisch gehalten.

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Online gehen viele User derweil hart mit Jodeit ins Gericht, bezeichnen ihr Auftreten als „peinlich“ oder unpassend für eine seriöse Politikerin. Auch zweideutige Sprüche und eindeutig sexuell-übergriffige Aussagen sind zu finden. Andere verteidigen die Politikerin allerdings auch. Die Kritik, die sie für die Kette erhalte, gehe „nicht spurlos an mir vorbei“, sagte die 38‑Jährige. Von ihrer Kandidatur abrücken wolle sie aber nicht. Von ihrer Partei erfahre sie viel Rückhalt und auch unter ihren eigenen Beiträgen in sozialen Netzwerken findet sich hauptsächlich Zuspruch.

mit dpa