Noch ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Urlaub. Erst in der kommenden Woche wird der CDU-Vorsitzende bei der Regierungsklausur auf Schloss Neuhardenberg (25./26. August) seinen ersten Auftritt nach der Sommerpause haben. Der Kanzler wird sehnlich zurückerwartet: Der Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen, viele Hitzetote, die Dürre auf den Feldern und das Niedrigwasser in den Flüssen – es hätte viele Gelegenheiten für Merz gegeben, sich aus seinem Urlaub zu melden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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In der Bevölkerung kommt der Kanzler in jedem Fall immer schlechter an. So erreicht Merz im neuen ZDF-„Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen bei der Frage „Was halten Sie von?“ auf einer Skala von +5 bis -5 auf einen Wert von minus 1,9 – laut ZDF ein persönlicher Negativrekord für den Politiker. Ende Juli war der Kanzler bei der von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführten Befragung noch mit minus 1,5 bewertet worden. 

An der Spitze der Liste ist weiter Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit einem Wert von 1,3. SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil befindet sich mit unverändert minus 0,6 im Negativbereich. Schlusslicht der Top-Ten-Liste ist AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,5.  

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Union und SPD: Zweifel an Rückhalt für Parteichefs in eigenen Reihen

Laut der Umfrage gibt es auch große Zweifel an dem Rückhalt von Friedrich Merz in den eigenen Reihen. 80 Prozent der Befragten, darunter 67 Prozent der Unionsanhänger, meinen, dass die CDU nicht voll hinter ihrem Parteivorsitzenden steht.

Aber auch bei den SPD-Parteichefs sind die Befragten skeptisch. Für 53 beziehungsweise 52 Prozent haben Lars Klingbeil (ja: 28 Prozent) und Bärbel Bas (ja: 22 Prozent) nicht die uneingeschränkte Unterstützung der SPD. Unter den SPD-Anhängern sind ebenfalls jeweils Mehrheiten davon überzeugt, dass ihre Partei nicht voll hinter Klingbeil (57 Prozent) und Bas (52 Prozent) steht.

In der Sonntagsfrage liegt die AfD mit 27 Prozent weiter deutlich vor der Union mit 22 Prozent. Beide verlieren jeweils einen Prozentpunkt im Vergleich zur Umfrage Ende Juli. Die SPD bleibt bei 12 Prozent, die Grünen legen einen Prozentpunkt auf 14 Prozent zu. Die Linke würde unverändert 12 Prozent erhalten, wenn schon am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die FDP käme weiter auf 4 Prozent. 

Umfrage: Mehrheit lehnt AfD-geführte Regierung im Osten ab

Im September stehen zwei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (6. September) und Mecklenburg-Vorpommern (20. September) an, bei denen die AfD stärkste Kraft werden könnte. Eine klare Mehrheit der Deutschen lehnt allerdings eine AfD-geführte Landesregierung in einem der ostdeutschen Bundesländer ab. Wie aus dem „Politbarometer“ hervorgeht, würden es knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten schlecht finden, wenn die AfD nach den Wahlen einen Ministerpräsidenten in Ostdeutschland stellen würde. 

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Im Westen der Bundesrepublik lag die Ablehnung dieser Möglichkeit bei 66 Prozent, im Osten bei 53 Prozent. Bundesweit 23 Prozent fänden einen AfD-Ministerpräsidenten dagegen gut, 11 Prozent wäre es egal.

Eine Mehrheit der Befragten (60 Prozent) rechnet dem Barometer zufolge zudem damit, dass es in dem jeweiligen Land zu einer schlechteren Politik führen würde, wenn die AfD dort regieren würde. 17 Prozent erwarten demnach eine bessere Politik, ebenfalls 17 Prozent keinen großen Unterschied.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF-„Politbarometer“ vom 17. bis 19. August 1319 Wahlberechtigte – telefonisch und online erhoben. Als statistische Fehlertoleranz werden bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte angegeben. Die Daten sind nach Angaben des Instituts repräsentativ.

dpa/dw