Donald Trump arbeitet sich weiter mit Modernisierungs- und Verschönerungs-Absichten durch die Kulisse der amerikanischen Hauptstadt. Nach Plänen für Triumphbogen, neue Denkmäler und monumentale Erinnerungsorte nimmt der Präsident nun das Eingangstor der Region ins Visier: den Washington Dulles International Airport. Mit einem Umbauprogramm im Umfang von rund 22,5 Milliarden Dollar soll aus dem oft gescholtenen Flughafen vor den Toren der Stadt ein internationales Aushängeschild werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Es ist eines jener Projekte, bei denen sich Politik und Trumps frühere Identität als Immobilienentwickler fast nahtlos überlagern. Gemeinsam mit Verkehrsminister Sean Duffy präsentierte der Präsident am Mittwoch Entwürfe für neue Terminals, zusätzliche Abfertigungsflächen, einen riesigen Parkhauskomplex mit 32.000 Stellplätzen sowie ein vollständig modernisiertes Verkehrssystem innerhalb des Flughafens. Baubeginn soll – sofern der Kongress grünes Licht gibt – bereits im Frühjahr 2027 sein. 

Finanziert werden soll das Vorhaben überwiegend über Anleihen der Flughafenbehörde sowie Beiträge der Fluggesellschaften, allen voran United Airlines als größtem Nutzer des Airports.

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Flughafen in Washington verliert seine „People Mover“

Für Millionen Reisende dürfte vor allem ein Detail fast historisch sein: Die legendären „People Mover” verschwinden. Die mobilen Fahrgastlounges, die seit über 60 Jahren ankommende Passagiere von den Flugsteigen zum Terminal transportieren, gelten zwar als technisches Markenzeichen des von Stararchitekt Eero Saarinen entworfenen Flughafens. Bei den meisten Fluggästen lösen die engen Roll-Kabinen und umständlichen Umstiege jedoch seit Jahrzehnten eher Augenrollen als Nostalgie aus. Künftig sollen sie durch einen erweiterten unterirdischen AeroTrain, neue Fußgängertunnel und deutlich großzügigere Wege ersetzt werden.

Der „people mover“ als Passagier-Transporter, Erkennungszeichen am heutigen Dulles Airport, soll nach über 60 Jahren ausgemustert werden.
Der „people mover“ als Passagier-Transporter, Erkennungszeichen am heutigen Dulles Airport, soll nach über 60 Jahren ausgemustert werden.© AFP | Kent Nishimura

Trump machte aus seiner Geringschätzung für den heutigen Zustand keinen Hehl. Amerika verdiene „die besten Flughäfen der Welt“, sagte er. Dulles sei architektonisch ein großartiges Gebäude, funktional aber nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die ikonische Saarinen-Haupthalle soll deshalb erhalten bleiben, während die veralteten Bereiche praktisch neu entstehen.

Trump-Airport: Lässt der US-Präsident den Flughafen nach sich benennen?

Für Washington passt das Projekt in ein inzwischen vertrautes Muster. Der Präsident versucht, der Hauptstadt im Eiltempo seinen Stempel aufzudrücken – mit Bauwerken, Symbolen und Prestigeprojekten, die weit über klassische Infrastrukturpolitik hinausreichen. Der Flughafen ist dabei mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. Für viele internationale Besucher ist Dulles der erste Eindruck von Amerika.

President Trump Announces Dulles Airport Redesign and Overhaul
Verkehrsminister Sean Duffy (re.), ein ehemaliger Fox-News-Moderator, unterstützt das auf 22 Milliarden Dollar taxierte Vorhaben.© IMAGO/Aaron Schwartz - Pool via CNP

Mit einem Augenzwinkern bleibt allerdings eine andere Geschichte im Umlauf. Seit Monaten hält sich in Washington hartnäckig das Gerücht, Trump würde den Flughafen am liebsten irgendwann nach sich selbst benennen lassen. Offiziell gibt es dafür keine Pläne. Ganz verstummt ist die Spekulation allerdings nie – nicht zuletzt, weil Trump Anfang des Jahres Berichten zufolge sogar eine Umbenennung von Dulles und dem New Yorker Zentralbahnhof Penn Station ins Spiel gebracht haben soll. Aus der Hauptstadt kennt man inzwischen die Regel: Was heute wie eine Anekdote klingt, kann übermorgen Realität werden.