Zwischen einem australischen Militärflugzeug und chinesischem Kampfjet ist es im Südchinesischen Meer zu einem gefährlichen Vorfall gekommen. Nach Darstellung der australischen Regierung habe der Kampfjet in unmittelbarer Nähe zum australischen Patrouillenflugzeug Täuschkörper, sogenannte „Flares“, abgefeuert, die das Flugzeug nur knapp verfehlt hätten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In einer Erklärung kritisierte das australische Verteidigungsministerium den Zwischenfall als „unsicheres und unprofessionelles“ Manöver. Bei den beteiligten Flugzeugen handelt es sich demnach um einen chinesischen Kampfjet vom Typ Su-35 sowie eine australische Boeing P-8 Poseidon, die vor allem zu Aufklärungsflügen genutzt wird.
Täuschkörper werden von Militärflugzeugen eigentlich eingesetzt, um anfliegende Raketen in die Irre zu führen. Sie erzeugen starke Hitze- oder Radarreflexionen, sodass die Raketen statt des Flugzeugs den Täuschkörper anvisieren.
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Chinesischer Kampfjet feuert Täuschkörper auf australisches Flugzeug ab
Australiens Verteidigungsminister Richard Marles sagte, die australische P-8 habe eine Routinepatrouille über dem Südchinesischen Meer durchgeführt, als es von dem Kampfjet der Volksbefreiungsarmee (PLA) bedrängt wurde, der Täuschkörper abfeuerte. Zwei davon seien „sehr nah“ an dem Aufklärungsflugzeug vorbeigegangen. „Es ist kein Schaden entstanden, aber es war gefährlich und unsicher, und das bedeutet, dass es auch anders hätte ausgehen können“, so Marles.

Ein Sprecher des chinesischen Militärs warf wiederum Australien vor, den chinesischen Luftraum illegal verletzt zu haben. China beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer als eigenes Hoheitsgebiet, was immer wieder zu Spannungen mit anderen Ländern der Region führt. So soll sich der Vorfall in der Nähe der Paracel-Inseln ereignet haben, einer Gruppe von Korallenatollen, die von China, Vietnam und Taiwan beansprucht werden.
Wie „abc news“ berichtet, bezeichnete der chinesische Sprecher das Vorgehen des Kampfjets als „rechtmäßig, legitim, professionell und zurückhaltend“. Die australische Version sei hingegen „verdreht und und absurd“, die Beschwerde sei „hetzerische Propaganda“.
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China provoziert Nachbarn im Südchinesischen Meer
Zwischen Australien und China gibt es regelmäßig Verstimmungen über Chinas Auftreten im Südchinesischen Meer und dem Pazifik. Anfang des Jahres operierte eine chinesische Marinekampfgruppe, darunter ein Zerstörer der Type 055-Klasse, ohne Vorankündigung weit südlich vor der australischen Ostküste (Tasmansee), woraufhin mehrere zivile Flüge umgeleitet werden mussten.
Neben China beanspruchen im Südchinesischen Meer auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Taiwan und Brunei Gebiete. Die USA und Chinas Nachbarn werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies die Gebietsansprüche 2016 zurück. China ignoriert das Urteil aber und versucht seine Einflusszone durch die künstliche Aufschüttung von Inseln auszubauen. Für die Frachtschifffahrt ist das Südchinesische Meer sehr wichtig: Mehr als 60 Prozent der weltweit verschifften Waren wird durch das Seegebiet transportiert.






