„Matan und Matan sind auf dem Weg nach Hause!“, jubeln Einav Zangauker und Anat Angrest, deren Söhne – beide heißen Matan – am 7. Oktober verschleppt und seitdem von der Hamas in Gaza festgehalten wurden. Die beiden Mütter sind in den vergangenen zwei Jahren zu Leitfiguren des Protests für die Rückkehr der Geiseln geworden. Auf dem kurzen Video, das noch vor Tagesanbruch aufgenommen wurde, sieht man sie zum ersten Mal seit zwei Jahren mit lachenden Gesichtern. Erleichtert fallen sie einander in die Arme, drücken sich fest.

In den frühen Morgenstunden hat US-Präsident Donald Trump verkündet, dass die Hamas „schon sehr bald“ alle Geiseln an Israel übergeben wird. Nach intensiven Verhandlungen hätten Israel und die Hamas zugestimmt, die erste Etappe seines Plans für ein Kriegsende in Gaza umzusetzen. Das bedeutet: Israels Armee zieht sich auf rund fünfzig Prozent der Fläche des Gazastreifens zurück, die Hamas übergibt alle Geiseln an Israel. Im Gegenzug muss Israel 3700 festgehaltene Palästinenser freilassen
Aktuelle News aus dem Nahen Osten
Israel: Auch die Reporter fangen an zu tanzen
Am Tag danach ist Israel in Feierlaune. Der zentrale Ort des Geschehens ist der Platz der Geiseln in Tel Aviv. Wie der Platz hieß, bevor der Horror des 7. Oktober alles veränderte und der lange, zähe Kampf um die Rückkehr der Verschleppten begann, weiß heute kaum jemand mehr.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Aus allen Ecken des Landes strömen die Menschen nach Tel Aviv, um mit den Familien der Geiseln zu feiern. Wer nicht in Tel Aviv sein kann, sieht sich Livestreams vom Geiselplatz am Handy an. Überall, im Zug, im Autobus, hinterm Steuer im Stau: Israel feiert, vor Ort oder zugeschaltet von anderswo. Auf Instagram gehen kurze Reels von Geiselangehörigen viral, die diesen Tag feiern.

Die Fernsehkanäle haben Kamerateams und Reporter zum Geiselplatz geschickt, sie sollen hier die Stimmung einfangen. Doch die Stimmung fängt die Reporter ein, und als das TV-Studio zum Geiselplatz schaltet, ist der Journalist schon schwitzender Teil einer Gruppe, die im Kreis tanzt und auf und ab hüpft. „So, jetzt tanzen wir auch“, reagiert die Studiomoderatorin, an deren rundem Tisch sich schon die Studiogäste versammelt haben.
Der Titel der Sondersendung im öffentlichen Fernsehen ist „Habaita“ – „nach Hause“. Immer wieder werden Eltern der noch lebenden Geiseln werden interviewt. Sie werden gefragt, was sie zu ihren Kindern sagen werden, wenn sie sie umarmen. Was sie ihnen kochen werden, wenn sie nach zwei Jahren Folter endlich nach Hause zurückkehren. „Ein gutes Asado, so wie es sich gehört“, sagt Yitzik Horn, Vater der argentinisch-israelischen Geisel Eitan Horn. Als das Interview zu Ende ist, sagt die Moderatorin: „Itzik, wir lieben dich.“
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Israel: Die Risse, die sonst durchs Land gehen, werden an solchen Tagen verdrängt
Israel ist ein kleines Land, und es ist ein besonders kleines Land, wenn zusammen getrauert oder gefeiert wird. Die Menschen rücken zusammen, Wildfremde umarmen einander, teilen eine Flasche Arak, mitten am Vormittag. Die Risse, die sich ansonsten durch Israels Gesellschaft ziehen, werden an solchen Tagen verdrängt.
Wahre Freudenfeiern brachen am frühen Donnerstagmorgen auch im Gazastreifen aus. Die Aussicht auf Waffenruhe, auf die Rückkehr in jene nördlichen Gebiete, aus denen die Familien vertrieben worden waren, ließ viele in Tänze ausbrechen. Der 55-jährige Muhammad, der in der stark überfüllten Flüchtlingszone von Al-Mawasi ausharrt, kann es kaum erwarten, wieder nach Gaza-Stadt zurückzukehren. „Ich werde einer der Ersten sein, die sich auf den Weg machen“, sagt er in einer Sprachnachricht.








