„Er wird schon das Richtige tun“, sagte Donald J. Trump. Und deutete in die Richtung eines gequält lächelnden Benjamin Netanjahu, dem der Schweiß auf der Stirn stand. Es waren die Randbemerkungen während des Pressegesprächs, an denen man ablesen konnte, dass im Gespräch zwischen dem US-Präsidenten und dem israelischen Ministerpräsidenten am Montag in Florida nicht alles rundgelaufen war.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Und wieder einmal zeigte sich: Der Jubel, der in Israel ausgebrochen war, als Trump vor 14 Monaten zum zweiten Mal zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war, war verfrüht gewesen.

Israel: Trump und Netanjahu uneins über Vorgehen im Westjordanland
Die Rechtsreligiösen in Israel hatten erwartet, dass Trump den Fanatikern im israelischen Kabinett keine Grenzen setzen und zusehen würde, wie Israel den Siedlungsbau im Westjordanland weiter vorantreibt und rechtsradikale Siedlergangs die palästinensischen Bewohner des Westjordanlandes terrorisieren.
Beim Gespräch am Montag war es jedoch ausgerechnet das Thema Westjordanland, bei dem sich die größten Differenzen zwischen Trump und Netanjahu auftaten.
„Wir hatten ein langes Gespräch über das Westjordanland. Und wir sind uns nicht zu 100 Prozent einig“, sagte Trump. Übersetzt aus dem Diplomatensprech heißt das: Da hat es ordentlich geknirscht.
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Trump in Sorge – denn ein Punkt seines Gaza-Deals ist gefährdet
Laut dem gewöhnlich gut informierten israelischen Journalisten und Blogger Barak Ravid geht es dabei vor allem um den Umgang Israels mit der Palästinenserbehörde in Ramallah. Dass Israel der Behörde unter Präsident Mahmud Abbas Milliarden an Steuergeld vorenthalten hat, macht den Amerikanern Sorge. Trump fürchtet den Kollaps der Palästinenserbehörde. Dadurch wäre ein wichtiger Punkt seines Gaza-Deals gefährdet: Dieser sieht vor, dass längerfristig die Palästinenserbehörde in Gaza die Kontrolle übernimmt.
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Auch der Terror radikaler Siedler war offenbar zentrales Thema. Die täglichen Übergriffe dieser rechtsextremen jüdischen Gangs bergen die Gefahr, dass die Lage im Westjordanland weiter eskaliert. Auch das könnte den Gaza-Plan in Gefahr bringen.
Trump droht Hamas: „Dann werden sich die Tore zur Hölle öffnen“
Was die weitere Umsetzung des Deals betrifft, blieben die beiden Politiker vage. Wie die Hamas entwaffnet werden soll, ist weiter unklar. „Wenn sie sich nicht entwaffnen, wie sie versprochen haben, dann werden sie den Preis dafür bezahlen müssen – die Tore zur Hölle werden sich öffnen“, sagte Trump. Der US-Präsident deutete an, dass sich mehrere Staaten daran beteiligen würden, die Hamas zu bekämpfen. Welche Staaten das sein könnten, ist offen. Bis jetzt hatten alle Länder, die sich an der internationalen Stabilisierungstruppe für Gaza beteiligen könnten, stets betont, dass sie ihre Aufgabe ausschließlich in der Friedenssicherung sehen.
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In einem Punkt war Netanjahu offenbar erfolgreich: Israels Regierungschef wollte sich bei Trump für die Option eines neuen Angriffs im Iran starkmachen, da das Regime in Teheran einen Teil des im Juni vernichteten Rüstungsbestands wieder aufgestockt hat. Trump sicherte Netanjahu seinen Rückhalt zu.
„Ich höre, der Iran baut (seine Rüstung, Anm. d. Red.) wieder auf. Und wenn sie das tun, werden wir sie schlagen müssen“, erklärte Trump. Ob es zu diesem Angriff wirklich kommen wird oder es sich nur um Rhetorik handelt, die Netanjahu für seinen aktuellen Wahlkampf gut gebrauchen kann, bleibt abzusehen.







