Bei dem Einsturz eines Wohnhauses in Gaza-Stadt sind 21 Menschen gestorben, darunter fünf Kinder. Das teilte der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz am Mittwoch mit. Nach seinen Angaben wurden zudem 45 Menschen verletzt. Das sechsstöckige Gebäude war zuvor durch frühere israelische Angriffe beschädigt worden und stürzte in der Nacht im Stadtviertel Tal al-Hawa ein.

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Von dem Gebäude blieb laut Berichten von Reportern der Nachrichtenagentur AFP nur ein Schuttberg übrig. Zivilschutz-Sprecher Mahmud Bassal sagte, das Gebäude habe durch vorherige israelische Angriffe strukturelle Schäden erlitten. Es sei in den Jahren 2024 und 2025 mehrmals getroffen worden. Die rund hundert Bewohner seien gewarnt worden, nicht in ihre Wohnungen zurückzukehren.

Beschädigte Gebäude im Gazastreifen zwingen Bewohner zur Rückkehr

Die Bewohner hätten jedoch oft „keine andere Wahl“ als zurückzukehren, sagte Bassal der AFP. „Da weder Zelte noch Wohnungen zur Verfügung stehen, leben sie trotz der Einsturzgefahr in rissigen, beschädigten Gebäuden.“ Die große Mehrheit der Gebäude im Gazastreifen ist nach Angaben der UNO während des Krieges durch israelische Angriffe beschädigt oder zerstört worden.

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„Diese Gebäude sind nichts anderes als tickende Zeitbomben“, sagte Ahmed al-Ajla, dessen Onkel und weitere Verwandte bei dem Einsturz ums Leben kamen. „Vor seinem Tod hat mein Onkel schon Vertreibung, Armut und Gefangenschaft erlitten“, sagte er AFP. 

Nahostkonflikt - Gaza: Bagger und Hilfskräfte beseitigen Trümmer.
Auch mit der Hilfe von Baggern wird in den Trümmern gesucht.© Jehad Alshrafi/AP/dpa | Jehad Alshrafi

Im Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt sahen AFP-Journalisten weinende Männer, die in weiße Leichentücher gehüllte Kinderleichen trugen. Angehörige knieten auf dem Boden, um Abschied zu nehmen, und küssten die Gesichter der Verstorbenen.

UNO warnt vor Lebensgefahr in instabilen Gebäuden für Familien

Der humanitäre Koordinator der UNO für die besetzten palästinensischen Gebiete, Ramis Alakbarow, äußerte sich „erschüttert“ über den Einsturz des Gebäudes. „Die heutige Tragödie verdeutlicht die schwerwiegenden Risiken für Familien, die in solchen Gebäuden leben, und den dringenden Bedarf an sicheren Alternativen“, erklärte er. „Niemand sollte sein Leben riskieren müssen, nur um einen sicheren Zufluchtsort zu finden.“

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Am 7. Oktober 2023 hatten die Hamas und ihre Verbündeten aus dem Gazastreifen heraus Israel angegriffen. Sie töteten mehr als 1200 Menschen und verschleppten 251 Menschen als Geiseln, von denen 44 bereits tot waren.

Israel reagierte mit massiven Angriffen auf den Gazastreifen, bei denen nach Hamas-Angaben seither mehr als 73.000 Menschen getötet wurden. Trotz einer im Oktober vereinbarten Waffenruhe griff die israelische Armee zwischenzeitlich nahezu täglich Ziele im Gazastreifen an.

afp