Saskia Ludwig hat ihre eigene Partei erneut irritiert. Die Bundestagsabgeordnete der CDU besuchte am vergangenen Freitag eine Veranstaltung der rechtskonservativen ungarischen Denkfabrik Mathias Corvinus Collegium (MCC). Dort war die Brandenburgerin Teil eines Panels, AfD-Chefin Alice Weidel saß in der ersten Reihe und plauderte anschließend mehrfach mit Ludwig. Nun reagiert ihre Fraktion.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Teilnahme an der Podiumsdiskussion des MCC, das zum Umfeld des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gehört, überraschte die Union wohl. „Frau Ludwig hat an der Veranstaltung nicht im Auftrag der Fraktion und ohne Wissen der Fraktionsführung teilgenommen“, erklärte eine Sprecherin dem „Tagesspiegel“. „Der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gilt und schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. An diesen ist jedes CDU-Mitglied gebunden.“

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Saskia Ludwig: Wann eine CDU-Koalition mit der AfD denkbar wäre

Die freie Journalistin Annika Brockschmidt hatte Ludwigs Auftritt auf der Plattform Bluesky öffentlich gemacht. Sie berichtete, dass sich die 57-Jährige auf dem Event erneut für eine Koalition zwischen der Union und der AfD ausgesprochen habe. Während sie das Festhalten an der Brandmauer gegen die in weiten Teilen als rechtsextrem eingestuften Partei in Westdeutschland für problematisch halte, gebe es in Ostdeutschland eine größere Offenheit für eine solche Partnerschaft, so Ludwig weiter. Sie könne sich zwar noch nicht vorstellen, dass dies kurzfristig auf Bundesebene geschehe, „aber vielleicht in den nächsten fünf Jahren“, zitiert Brockschmidt die Bundestagsabgeordnete.

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Auf den im Netz veröffentlichten Aufnahmen sieht man Ludwig auch in mehreren Gesprächssituationen mit der AfD-Parteivorsitzenden Weidel. Dabei scheint eine gelöste Stimmung geherrscht zu haben: Fotos zeigen die beiden Frauen etwa, wie sie sich zur Begrüßung die Hände reichen und sich lächelnd und lachend unterhalten. Wie Ludwig auf der Veranstaltung gesagt haben soll, sei dies bereits ihr zweiter Auftritt im Rahmen eines MCC-Events.

Bundestagsabgeordnete Ludwig: Nicht der erste Vorfall, der eine AfD-Nähe belegt

Zuletzt war Ludwig auch wegen Plagiatsvorwürfen gegen ihre Doktorarbeit in die Schlagzeilen geraten. Die Universität Potsdam sah diesen Verdacht bislang als begründet genug an, um ein Prüfungsverfahren einzuleiten. Zudem hatte sie sich öffentlich sehr vehement gegen die SPD-Kandidatin für das Amt der Bundesverfassungsrichterin, Frauke Brosius-Gersdorf, ausgesprochen. Nachdem die Richterwahl im Bundestag nicht zustande gekommen war, hatte sie auf die Forderung einer Ex-AfD-Abgeordneten auf X, die Wahl zu verhindern, mit „Erledigt ;)“ geantwortet.

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Ludwig, die noch als Saskia Funck promovierte, war von 2010 bis 2012 Landesvorsitzende der CDU Brandenburg, zudem saß sie von 2004 bis 2025 im dortigen Landtag. Die 57-Jährige war von 2019 bis 2021 im Bundestag und ist seit der Wahl in diesem Jahr erneut im Parlament. Schon vor der letzten Bundestagswahl sprach sich Ludwig für eine Koalition der Union mit der AfD aus.