Italien will mit der Unterstützung des neuen Papstes Leo XIV. eine zentrale Rolle bei den Friedensgesprächen für die Ukraine spielen. So zieht die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni diplomatische Fäden, damit Friedensverhandlung für die Ukraine im Vatikan beginnen können. Die Rechtspopulistin will ihre guten Beziehungen zur US-Administration und zum neuen Papst nutzen, um Friedensgespräche zu fördern, nachdem US-Präsident Donald Trump baldige Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine im Vatikan in Aussicht gestellt hat. Papst Leo XIV. habe den Vatikanstaat als Ort der Gespräche über einen Waffenstillstand angeboten, schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“.

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Meloni betonte, sie arbeite an einer sofortigen Aufnahme von Friedensverhandlungen für die Ukraine. Diese könnten laut Insidern schon in den nächsten zehn Tagen beginnen. Die Bereitschaft des Papstes, die Gespräche im Vatikan zu beherbergen, sei positiv aufgenommen worden, schrieb sie auf X. „Wir wollen die Voraussetzungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine schaffen. In diesem Zusammenhang wurde die Bereitschaft des Heiligen Vaters, die Gespräche im Vatikan zu führen, als positiv bewertet. Italien ist bereit, seinen Teil dazu beizutragen, die Kontakte zu erleichtern und sich aktiv für den Frieden einzusetzen“, betonte Meloni.

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Vermittlerrolle: Meloni mit guten Kontakten zu Trump und Selenskyj

Die Rechtspopulistin hat den Vorteil, dass sie exzellente Verbindungen nicht nur zu Trump hat, zu dessen Amtsantritt im Januar sie als einzige europäische Regierungschefin eingeladen worden war, sondern auch zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, den sie zuletzt am Sonntag bei der Messe zum Pontifikatsbeginn des neuen Papstes getroffen hat. „Wir arbeiten daran, die beiden Seiten des Atlantiks zu vereinen, die dieselben Grundwerte teilen, und wir tun dies als Europäer, damit Europa zählt, damit keine Mauern gebaut werden“, sagte Giovanni Donzelli, Organisationschef von Melonis Regierungspartei „Fratelli d‘Italia“ (Brüder Italiens).

In Italien hatte für Irritationen gesorgt, dass Meloni jüngst bei einem Besuch von Staats- und Regierungschefsa us Frankreich, Großbritannien, Polen und Deutschland in Kiew nicht dabei war.
In Italien hatte für Irritationen gesorgt, dass Meloni jüngst bei einem Besuch von Staats- und Regierungschefsa us Frankreich, Großbritannien, Polen und Deutschland in Kiew nicht dabei war.© AFP | ALBERTO PIZZOLI

Die große Messe zur Amtseinführung des Papstes am Sonntag bot Gelegenheit für hochrangige diplomatische Treffen in Rom, die den Weg für Friedensverhandlungen im Vatikan ebnen könnten. Die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs waren schon am Samstag zum Auftakt des Rom-Besuchs des Bundeskanzlers Friedrich Merz ein Hauptthema beim Treffen mit Meloni. Dabei versprach der Kanzler, Italien als wichtigen EU-Partner enger in die Bemühungen um ein Ende des Kriegs in der Ukraine einzubinden. „Wir waren uns einig, dass Italien hier eine Rolle spielen muss“, sagte Merz auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

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In Italien hatte für Irritationen gesorgt, dass Meloni jüngst bei einem Besuch von Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Großbritannien, Polen und Deutschland in Kiew nicht dabei war. Nach Medienberichten soll das auf Drängen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron geschehen sein. Meloni sagte – ohne Namen zu nennen –, jetzt sei vielleicht der Moment, „persönliche Empfindlichkeiten aufzugeben, die die so wichtige und grundlegende Einheit des Westens zu untergraben drohen“. Ihr parteiloser Vorgänger Mario Draghi war bei einer früheren Kiew-Reise dabei.