Wer wird Papst, ein Konservativer oder ein Reformer? Einer, der die dramatische Weltlage noch weiter anheizt oder einer, der den Mut hat, den Mächtigen der Welt ins Gewissen zu reden? Das war die große, auch bange Frage, die über dem Konklave stand. Als dann am Donnerstag, exakt 80 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, der weiße Rauch aufstieg und wenig später der neue Papst Leo XIV. auf dem Balkon am Petersdom „Der Friede sei mit euch“ sprach, war das erste Signal in die Welt gesprochen.

Die katholische Kirche hat 1,4 Milliarden Anhänger – und wächst weiter

Mit der Wahl des amerikanischen Kardinals Robert Francis Prevost zum neuen Papst hat das Konklave Weitsicht bewiesen –zumindest sieht es auf den ersten Blick so aus. Die Welt darf jedenfalls hoffen, dass die katholischen Kirche als größte religiöse Institution der Welt mit fast 1,4 Milliarden Anhängern ein würdiges Oberhaupt gefunden hat. Eines, dass antritt, um die urchristlichen Werte wie Nächstenliebe und Menschenwürde anzumahnen. Denn diese Werte sind es, die weltweit die Menschen dazu bewegt, sich der katholischen Kirche zuzuwenden – auch wenn es in Deutschland nach Missbrauch-Skandalen und Reformstillstand immer mehr Menschen auch der Kirche austreten. Global betrachtet wächst die Zahl der Katholiken jedenfalls weiter.

Birgitta Stauber
Birgitta Stauber / Mitarbeiterin der Funke Mediengruppe am 5. März 2021 in Berlin. Foto: Reto Klar / Funke Foto ‪Services© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Dass Leo XIV. sich nicht scheut, auch gegenüber der Politik im Sinne der Nächstenliebe klare Worte zu finden, hat er bereits bewiesen, als er J.D. Vance, den amerikanischen Vizepräsidenten, in seine katholischen Schranken wies. Hintergrund waren unter anderem die Massenabschiebungen von Flüchtlingen. Wie groß sein Einfluss tatsächlich sein wird, lässt sich zwar noch nicht absehen. Aber es ist ein Anfang. Und das ist auch mal eine gute Nachricht in diesen Zeiten.