Was ist ein Kanadier? Ein Kanadier ist, wenn man so will, ein Nordamerikaner mit Krankenversicherung und ohne Handfeuerwaffe. Also jemand, der ganz anders lebt und denkt als viele Menschen jenseits der südlichen Landesgrenze in den USA. Natürlich ist diese Beschreibung arg verkürzend und deshalb unzulässig. Fest steht aber: Die Kanadier wollen Kanadier sein. Und keine US-Bürger, erst recht nicht unter einem Präsidenten Donald Trump.

Kanada: In kürzester Zeit hat sich die Stimmung komplett gedreht
Das ist der Grund, warum die Parlamentswahlen in dem riesigen Nato-Land mit nur 40 Millionen Einwohnern so ausgegangen sind. Die Liberalen, die vor wenigen Monaten noch weit abgeschlagen hinter den Konservativen in den Umfragen rangierten, haben den Urnengang klar gewonnen – auch wenn es nicht zu einer absoluten Mehrheit der Sitze reicht. Regierungschef Mark Carney wird auch künftig die Geschicke Kanadas lenken. Er hatte beizeiten den langjährigen Premier Justin Trudeau abgelöst.
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Die Wähler trauen dem krisenerprobten Ex-Zentralbanker Carney zu, Trump die Stirn zu bieten. Der hat das Land bekanntlich mit absurden Zöllen überzogen und droht damit, es den USA einzuverleiben. Themen wie die Wohnungskrise und die hohen Lebenshaltungskosten gerieten im Wahlkampf in den Hintergrund.

Die Lehre aus alldem ist: Trump mag sich selbst für unwiderstehlich halten. Zwangsbeglückt aber möchte von ihm niemand werden. Kanada hat zuletzt eine beispiellose Welle des Patriotismus erlebt, das Land orientiert sich wieder verstärkt nach Europa. Trump glaubt, die USA noch mächtiger und noch größer zu machen. Tatsächlich schwächt er ohne Unterlass ihre Stellung in der Welt. Um das zu sehen, muss er nur über die Grenze blicken.




