Es ist wieder einer dieser irren Trends, die gerade aus den USA bekannt werden. Immer mehr Eltern stellen die Masern-Impfungen ihrer Kinder infrage, angefeuert von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy, der von „natürlicher Immunität“ faselt und Vitamin A empfiehlt, wenn Kinder erkranken.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Was Experten fassungslos macht, ging bereits für zwei Kinder im US-Bundesstaat Texas tödlich aus. Dort gibt es Schulen, in denen die Impfquote unter 50 Prozent liegt, weil Eltern irgendwelchen Mythen glauben oder so im religiösen Fundamentalismus gefangen sind, dass sie lieber die Erkrankung ihres Kindes in Kauf nehmen, statt es impfen zu lassen. Und das bei einer Krankheit, die vor allem bei kleineren Kindern und Erwachsenen zu Gehirnentzündungen mit Krampfanfällen mit bleibenden Hirnschäden führen kann.
News aus den USA
Dies zeigt, wie gefährlich Wissenschaftsfeindlichkeit ist – und das sollte eine Mahnung für Impfskeptiker in Deutschland sein. Denn auch hierzulande brechen regelmäßig die Masern aus, weil nur 93 Prozent der Kinder geimpft sind. 95 Prozent wären aber nötig, damit sich die Krankheit nicht verbreitet.

Freebirthing: Auch die Alleingeburt ist so ein absurder Trend
Aber es sind nicht nur die Impfungen, die Menschen infrage stellen – aller wissenschaftlicher Erkenntnis zum Trotz. Auch die moderne Geburtshilfe ist in manchen Kreisen in Verruf geraten, dabei sorgt sie dafür, dass in den vergangenen 100 Jahren die Müttersterblichkeit von 550 auf unter 5 je 100.000 Lebendgeborenen gesunken ist. Ähnlich ist die Entwicklung bei der Kindersterblichkeit. Völlig absurd ist also der Trend zur Alleingeburt, der gerade aus den USA nach Europa schwappt und derzeit in den sozialen Medien ein regelrechter Hype ist – Totgeburten in Kauf genommen.
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Wer sich von wirren Verschwörungstheorien um angebliche Impfschäden beeinflussen lässt, wer bei der Geburtshilfe auf den medizinischen Fortschritt pfeift, setzt sein Leben und das seines Kindes aufs Spiel. Im Falle von Masern auch das Leben anderer Kinder und Erwachsener. Der absolute Wahnsinn ist, dass ein amtierender Gesundheitsminister die Skepsis regelrecht heraufbeschwört. Wenn Robert F. Kennedy jetzt, nach den Todesfällen, doch noch zur Impfung aufruft, ist das ein Versuch der Schadensbegrenzung. Aber von der Trump-Administration ist man ja auch nichts anderes gewohnt.








