Bis zum 8. November 2016 sah Hillary Clinton wie die sichere künftige US-Präsidentin aus. Fast alle Umfragen sahen sie vor den Präsidentschaftswahlen klar vor ihrem Herausforderer von den Republikanern. Der hieß Donald Trump und galt als Außenseiter. Bis zu diesem 8. November, als die Wählerinnen und Wähler in den Vereinigten Staaten nicht nur für einen Politik-, sondern auch für einen Wertewechsel stimmten und Trump zum ersten Mal ins Weiße Haus beförderten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nach der bitteren Niederlage zog sich Clinton ins Privatleben zurück, doch zu Wort meldet sie sich weiterhin. Nun in einem Gastbeitrag für die „New York Times“. Die frühere US-Außenministerin wirft der Trump-Regierung darin vor, durch mangelnde Intelligenz die nationale Sicherheit zu bedrohen. „In einer gefährlichen und komplexen Welt reicht es nicht, stark zu sein. Man muss auch schlau sein“, schrieb sie.

Sicherheitsberater Michael Waltz (l), Vizepräsident JD Vance (Mitte) und Verteidigungsminister Pete Hegseth (rechts)
Sicherheitsberater Michael Waltz (l), Vizepräsident JD Vance (Mitte) und Verteidigungsminister Pete Hegseth (rechts)© AFP | Andrew Harnik

Die Affäre um einen Gruppenchat von Regierungsmitgliedern über die App Signal vor US-Angriffen im Jemen ist aus ihrer Sicht nur das jüngste Beispiel dafür, dass es daran aktuell mangelt. Hochrangige Mitglieder der Trump-Regierung hätten US-Soldaten in Gefahr gebracht, in dem sie Militärpläne über die kommerzielle App geteilt und einen Journalisten in den Chat eingeladen hätten. „Das ist gefährlich. Und es ist einfach dumm.“

Neben einem leichtsinnigen Umgang mit dem Militär kritisiert die frühere demokratische Präsidentschaftskandidatin, die Trump bei der Wahl 2016 unterlag, auch ein Zurückfahren von Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit. Als ehemalige Außenministerin alarmiere sie insbesondere der Plan der Regierung, Botschaften und Konsulate zu schließen, Diplomaten zu feuern und die Entwicklungsbehörde USAID zu zerschlagen.

„Unsere Botschaften sind unsere Augen und Ohren, die unsere politischen Entscheidungen in der Heimat beeinflussen“, erklärte Clinton. Diplomatie sei vor allem im Vergleich zu militärischen Maßnahmen kosteneffizient. Die Entwicklungshilfe habe immer nur einen kleinen Teil des amerikanischen Etats ausgemacht, der aber einen großen Effekt auf die internationale Stabilität habe. Wenn man dazu beitrage, eine Hungersnot zu stoppen oder auf eine Naturkatastrophe reagiere, „gewinnen wir Herzen und Köpfe, die sonst an Terroristen oder Rivalen wie China gehen könnten“. tok mit dpa