An der US-Börse macht sich die Konjunkturangst breit. Unter anderem die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und der Kahlschlag im Staatsapparat lassen Anleger zunehmend negative Auswirkungen auf die Wirtschaft befürchten.
Das schlug sich am Montag (Ortszeit) vor allem in einem Ausverkauf bei Tech-Aktien nieder. Die Werte im Überblick
- Der technologielastige Index Nasdaq 100 verbuchte den größten Tagesverlust seit 2022 (Rückgang um 3,81 Prozent auf 19.430,95 Punkte)
- Die Aktie des von Elon Musk geführten Elektroautobauers Tesla verlor mehr als 15 Prozent. Das Börsenbarometer bewegt sich auf dem Niveau von September
- Der umfassendere Nasdaq Composite knickte um 4 Prozent ein
Wie reagierte Trump auf das Aktienbeben? Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social teilte er panisch innerhalb von einer Stunde mehr als 80 Beiträge: Diese zeigen positive Artikel über sich selbst oder von republikanischen Parteifreunden, die Trumps Arbeit loben. Was hingegen fehlt: ein Wort zu den Turbulenzen an der Wall Street.
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Trump kann Angst vor Rezession nicht zerstreuen
Mittlerweile wird befürchtet, dass die Vereinigten Staaten als größte Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession abrutschen könnten. Trumps jüngste Äußerungen halfen auch nicht, diese Ängste zu zerstreuen.
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In einem Interview mit dem TV-Sender „Fox News“ hatte Trump bereits am Wochenende auf Nachfrage eine Rezession nicht ausgeschlossen. Er sagte lediglich: „Ich hasse es, solche Dinge vorherzusagen.“ Es werde eine Übergangsphase geben, sagte der US-Präsident mit Blick auf die Auswirkungen seiner wirtschaftspolitischen Pläne.
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Das Weiße Haus verwies zudem auf Zusagen der Industriebosse. Seit der Wahl von Trump hätten diese auf die „America First“-Agenda inklusive Zöllen und Deregulierungen mit Investitionszusagen in Billionenhöhe reagiert, sagte ein Sprecher. Dadurch entstünden Tausende neue Arbeitsplätze, wie sich bereits in der Vergangenheit gezeigt habe. „Präsident Trump hat in seiner ersten Amtszeit für ein historisches Wachstum bei Arbeitsplätzen, Löhnen und Investitionen gesorgt und wird dies auch in seiner zweiten Amtszeit tun“, erklärte Sprecher Kush Desai.
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Trump drohte Kanada mit weiteren Zöllen
Trump hatte zwar jüngst die Zölle für Waren aus den Nachbarländern Mexiko und Kanada vorerst wieder ausgesetzt, sofern die Waren unter das Freihandelsabkommen USMCA fallen. Allerdings drohte der Republikaner Kanada mit weiteren Zöllen – besonders im Bereich der Landwirtschaft.
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Zugleich verdichten sich die Spekulationen, dass Trump bereit ist, Härten in der Wirtschaft und auf den Märkten in Kauf zu nehmen, um langfristige Ziele wie Erhebung von Importzöllen und eine kleinere Regierung zu erreichen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ein weiteres Alarmsignal kam nach Börsenschluss von der US-Fluggesellschaft Delta. Die Airline kürzte die Prognose für das Umsatzwachstum in diesem Jahr auf drei bis vier Prozent von zuvor sieben bis neun Prozent. Firmenchef Ed Bastian zeigte sich zuversichtlich, dass man nicht auf eine Rezession zusteuere, denn in dem Fall hätte Delta eher einen Rückgang von zehn Prozent vorhersagen müssen, argumentierte er im TV-Sender CNBC.
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Nach Trumps Wahlsieg im November ging es an der Wall Street erst mal aufwärts. Die Marktexperten malten sich einen Auftrieb durch Steuersenkungen und weniger strikte Regulierung aus. Die Tesla-Aktie verlor beispielsweise am Montag auch die letzten Kursgewinne nach der Präsidentenwahl. Vor den beschleunigten Verlusten hatte ein weiterer Analyst die Prognose für die Tesla-Auslieferungen gesenkt. Im nachbörslichen Handel gab es nochmals ein Minus von über drei Prozent.
Am (heutigen) Dienstag ging der Negativ-Trend an asiatischen Börsen (Ortszeit) weiter: In Japan fiel der Leitindex Nikkei-225 kurz vor dem Handelsende um 0,9 Prozent. Der Hang Seng in Hongkong fiel um rund ein Prozent und der CSI 300 mit den wichtigsten chinesischen Festlandaktien büßte 0,4 Prozent ein.
dpa/dw











