Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln: Die unendliche Geschichte von politisch motivierten Zöllen der Trump-Regierung gegen die wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten ist um eine bizarre Episode reicher. Der Präsident hat gerade ein Dekret unterzeichnet, mit dem Zölle in Höhe von zumeist 25 Prozent auf Waren aus Kanada und Mexiko vorübergehend wieder ausgesetzt werden, nachdem sie erst am Dienstag in Kraft getreten waren, und zwar nach einem ersten Aufschub von vier Wochen. Für die stark verflochtene Autoindustrie Nordamerikas gab es schon eine Ausnahme – seit Mittwoch.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Können noch alle folgen? Vermutlich nicht. Donald Trumps Handelspolitik ist vollkommen erratisch. Nachdem zuletzt die US-Börsen abgeschmiert waren, die betroffenen Länder Gegenmaßnahmen eingeleitet hatten und ein weiterer Anstieg der Verbraucherpreise gedroht hatte, hat es sich der Präsident jetzt halt mal wieder anders überlegt. Firmen und Konsumenten in allen drei Ländern wissen nicht, woran sie sind. Den Europäern wird es bald auch so gehen: Ab April ist mit zusätzlichen US-Zöllen auf Einfuhren aus den EU-Staaten zu rechnen. Zumindest hat Trump das so angekündigt.

Vermutlich erweist man dem Präsidenten zu viel Ehre, wenn man unterstellt, dass all das einer Strategie folgt und er die anderen Akteure schwindlig machen will. Viel wahrscheinlicher ist es, dass er jeden Tag aufs Neue aus dem Bauch heraus entscheidet – und zwar in Abhängigkeit davon, wie er gerade gelaunt ist und mit wem er zuletzt gesprochen hat. Trumps Außenpolitik mit Blick auf die Ukraine und die Nato ist ähnlich konsistent. Beruhigend ist all das keinesfalls: Auf harte Hunde kann man sich einstellen, auf Hasardeure aber nicht.





