Unruhe an einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt: Während einer Demonstration gegen Krieg und europäische Aufrüstung sind in Rom am Wochenende mehrere junge Menschen in das Kolosseum eingedrungen. Eine Gruppe von jungen Menschen trennte sich von einem friedlichen Demonstrationszug. Sie erreichte das Kolosseum und überwand vor den Augen Hunderter besorgter Touristen aus aller Welt die Zugangssperren des antiken Amphitheaters. Damit löste sie einen Polizeieinsatz aus. Viele Besucher suchten in Panik den Ausgang des Monuments.

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Sicherheitskräfte hatten zwar eine Absperrung errichtet, um Demonstranten den Zugang zum archäologischen Gelände zu verwehren. Dennoch gelang es einigen jungen Menschen, diese zu überwinden und in das Monument vorzudringen. Sie erklommen die Mauern der antiken Stätte und skandierten Protestrufe. Der Vorfall erreichte rasch die Spitze der Regierung. Kulturminister Alessandro Giuli nahm direkten Kontakt zu Innenminister Matteo Piantedosi auf, um sich über die Lage zu informieren und die weiteren Entwicklungen zu verfolgen.

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Gewaltsame Proteste: Kolosseum bleibt trotz Demonstranten unbeschädigt

Das Kolosseum, das jährlich rund 15 Millionen Besucher verzeichnet, zählt zu den bedeutendsten archäologischen Bauwerken der Welt und wird besonders streng überwacht. Das Eindringen der Demonstranten wirft Fragen nach dem Schutz des historischen Erbes auf. Nach allen bislang vorliegenden Informationen wurden keine Schäden am Monument festgestellt.

Der Rest der überwiegend propalästinensischen Demonstration zog durch das historische Zentrum. Rund um den Hauptbahnhof Termini waren Hubschrauber der Sicherheitskräfte am Himmel zu sehen. Die Polizei setzte zeitweise Wasserwerfer ein.

Proteste in ganz Europa: Demonstranten gehen in mehreren Städten auf die Straße

Nicht nur in Rom, auch in anderen Städten Italiens gingen am Wochenende Tausende Menschen auf die Straße. Auch in Mailand, Bologna, Turin, Neapel und Florenz versammelten sich Demonstranten. Die Demonstrationen richteten sich unter anderem gegen die hohen Lebenshaltungskosten, gestiegene Benzinpreise, die militärische Aufrüstung sowie gegen die Regierung von Giorgia Meloni.

In Mailand, wo es eine Woche zuvor zu schweren Ausschreitungen gekommen war, verliefen die Proteste an diesem Wochenende überwiegend friedlich. Dennoch kam es erneut vereinzelt zu Spannungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. In der Innenstadt stoppte die Polizei einen Demonstrationszug, dabei wurden Schlagstöcke eingesetzt. Aus Sorge vor erneuten Krawallen hatten zahlreiche Luxusgeschäfte ihre Schaufenster verbarrikadiert. 500 Soldaten patrouillierten im Stadtzentrum.

In Bologna setzte die Polizei zeitweise Tränengas und Wasserwerfer ein, um einen Demonstrationszug daran zu hindern, den Bahnhof zu erreichen. In Turin drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Schutzschilden zurück. Die Behörden hatten sich auf mögliche neue Zusammenstöße vorbereitet. Insgesamt wurden italienweit neun Haftbefehle erlassen und 317 Menschen festgenommen. Auch in Frankreich, Albanien, Spanien, Portugal und Belgien kam es am Wochenende bei Protesten zu gewalttätigen Zusammenstößen.