Sonne, Monumente und Dolce Vita: Rom zieht so viele Besucher an wie nie zuvor – und die italienische Hauptstadt bereitet sich bereits auf den nächsten Ansturm vor. Nach dem Tourismusrekord 2025 mit rund 23 Millionen Ankünften und 53 Millionen Übernachtungen setzt sich der Aufwärtstrend fort. Doch der Boom hat auch seine Schattenseiten: Mehr Besucher bringen zwar zusätzliche Einnahmen für Hotels, Restaurants und Geschäfte, erhöhen zugleich aber den Druck auf Straßen, öffentlichen Verkehr und Flughäfen.

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Wirtschaft in Berlin

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Rom will das weitere Wachstum deshalb stärker mit großen Infrastrukturprojekten und neuen Mobilitätskonzepten begleiten. Ziel ist es, die Qualität des touristischen Angebots zu verbessern und die Besucherströme stärker über die Hauptstadt und die Region zu verteilen.

Rom: Internationaler Airport soll vierte Start- und Landebahn bekommen

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Flughafen Rom-Fiumicino. Dieser soll umfassend erweitert werden. Nach den derzeitigen Plänen der Betreibergesellschaft „Aeroporti di Roma“ (AdR) sind private Investitionen von rund neun Milliarden Euro vorgesehen.

Geplant sind eine vierte Start- und Landebahn sowie ein neues Terminal. Insgesamt soll der Flughafen künftig bis zu 100 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Mit dem neuen Terminal wird die jährliche Kapazität um rund 35 Millionen Passagiere steigen.

Tibermündung: Kreuzfahrtterminal für eine Million Passagiere geplant

Auch der Ausbau des Hafens von Fiumicino gehört zu den langfristigen Entwicklungsplänen. Neben der Erweiterung des Handelshafens ist ein touristischer Hafen an der Tibermündung vorgesehen. Geplant sind ein Kreuzfahrtterminal, Liegeplätze für rund 1200 Boote sowie Flächen für Hotels, Gewerbe und Werften. Der Hafen, der vor allem für große Jachten gedacht ist, soll auch ein Kreuzfahrtterminal für mehr als eine Million Passagiere pro Jahr umfassen.

Hinter dem Projekt steht die Gesellschaft Fiumicino Waterfront, an der der US-Kreuzfahrtriese Royal Caribbean und der britische Investmentfonds Icon Infrastructure beteiligt sind. Die Investition soll vollständig aus privatem Kapital finanziert werden. Für die lokale Wirtschaft werden während der Bauphase positive Effekte von rund einer Milliarde Euro erwartet. Nach der vollständigen Inbetriebnahme soll der Hafen jährlich einen wirtschaftlichen Folgeeffekt von rund 419 Millionen Euro erzeugen – unter anderem für Hotels, Gastronomie, Handel, Verkehr, Unterhaltung und Dienstleistungen. Noch bedeutender sind die erwarteten Beschäftigungseffekte: Mit der Inbetriebnahme des Hafens, dessen Bau rund zwei Jahre dauern soll, könnten mehr als 6700 neue Vollzeitarbeitsplätze entstehen, vor allem im Dienstleistungssektor.

Gericht stoppt Hafen-Pläne vorerst

„Wir erleben eine beispiellose Phase. Der Ausbau des Flughafens, der Handelshafen sowie der neue Kreuzfahrt- und Tourismushafen sind drei strategische Infrastrukturprojekte von internationaler Bedeutung, die erhebliche Auswirkungen auf unser Gebiet haben werden“, betont der Bürgermeister der Gemeinde Fiumicino, Mario Baccini, gegenüber dieser Redaktion. Die größte Herausforderung bestehe darin, diesen Wandel zu steuern. „Wirtschaftswachstum und der Schutz des Gebiets müssen dabei Hand in Hand gehen. Deshalb arbeiten wir daran, dass jede Veränderung mit einem Ausbau der Dienstleistungen, der Infrastruktur, der Mobilität und der Sicherheit einhergeht und zugleich die Identität unseres Gebiets bewahrt“, sagt Baccini.

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Allerdings ist das Projekt für den neuen Hafen nicht unumstritten. Am 3. Juli gab das Verwaltungsgericht der Region Latium (TAR Lazio) einer Klage von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden statt und hob die im November 2025 vom italienischen Umweltministerium erteilte Umweltverträglichkeitsprüfung auf. Damit wurde das Vorhaben vorerst gestoppt. Bürgermeister Baccini zeigt sich dennoch zuversichtlich, die vom Verwaltungsgericht beanstandeten Punkte bald ausräumen zu können.

Eine Überlastung durch den Tourismus fürchtet Fiumicinos Bürgermeister nach eigenen Angaben nicht. „Italien ist ein touristisches Land, das immer mehr auf Tourismus von Niveau setzen muss. Unsere Aufgabe ist es, die Qualität des touristischen Angebots zu erhöhen und dabei Umwelt und Kultur zu berücksichtigen“, betont Baccini.